Startseite Bistum Würzburg
 
 Übersicht:
  Anschrift und Kontakt  
  Aktuelle Nachrichten  
  Lebenslauf  
  Wappen und Wahlspruch  
  Bilder der Insignien  
  Bischöfliche Anekdoten  
  Im Wortlaut (Archiv)  
    Nachrichtenarchiv  
    2007  
    2006  
    Predigten 2005  
    Predigten 2004  
    Hirtenworte  
    Weitere Texte  
  Familien-Wallfahrt nach Lourdes  
  Impressum  
 
Bistum Würzburg  > Im Wortlaut (Archiv)  > Hirtenworte

Der Heilige Geist hat diesen Mann berufen

Hirtenwort von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zur Wahl von Papst Benedikt XVI.

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Wir haben wieder einen Heiligen Vater: Papst Benedikt XVI., der bisherige Joseph Kardinal Ratzinger. Als der Name des Gewählten bekannt wurde, brauste der Beifall vom Petersplatz in Rom aus und umrundete den ganzen Erdball. Weltweit war spontane Freude über diesen erfahrenen Kirchenmann erlebbar, der schon bisher in den letzten fast 24 Jahren als einer der engsten Mitarbeiter des hoch verehrten verstorbenen Papstes Johannes Paulus II. in schwierigsten Fragen und Problemen des Glaubens wegweisend war. Erst recht wir hier in Franken und Bayern dürfen uns darüber freuen, dass einer von uns für die Leitung der Kirche erwählt wurde. Aber auch die ganze deutsche Kirche darf sich über die Wahl eines der ihrigen zum Pontifex Maximus freuen, da darin auch eine Wertschätzung der deutschen Kirche und ihres weltweiten Engagements sichtbar wird.

Im Glauben können wir überzeugt sein, dass im letzten der Heilige Geist diese Wahl getroffen hat. Er selbst hat diesen Mann berufen, der sich selbst bescheiden einen einfachen Arbeiter im Weinberg des Herrn nannte. So lädt Gottes Geist nun uns alle ein, durch seinen Diener Papst Benedikt XVI. letztlich Christus selbst zu begegnen. Christi Liebe dürfen wir durch ihn erspüren, Christi Wort von ihm ausgelegt erhalten, Christi Wegweisung von ihm vermittelt bekommen. Er ist und bleibt ein Mensch. Und doch ist er zugleich Christi Geschenk an seine Kirche und an die Welt, sein Werkzeug, seine zu den Menschen ausgestreckte Hand. Lasst uns diese Hand ergreifen.

Kritik an Papst Benedikt XVI. wird in unserer pluralistischen Gesellschaft nicht ausbleiben. Schon bisher hatte er den Mut, substantielle, aus dem Glauben heraus gewonnene Positionen zu vertreten. Damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Umgekehrt wird er wegen seines umfassenden theologischen Wissens, der Fähigkeit klar zu analysieren und brillant zu formulieren, auch hoch geschätzt. Die bisherigen Begegnungen mit großen Denkern, Wissenschaftlern und Politikern lassen hoffen, dass er – wie sein geliebter Vorgänger – weltweit für Frieden, gerechten Ausgleich und Menschenwürde eintreten wird. Die Ökumene hat er als wichtiges Anliegen bereits selbst benannt.

So lasst uns zu ihm stehen und damit zugleich auch zueinander stehen. Lasst uns gemeinsam mit unserem jetzigen Papst Benedikt XVI. nach der Zukunft der Kirche und der Zukunft der Menschheit suchen. Lasst uns hören, was Gott selbst uns durch diesen seinen Diener sagen will, so wie auch der Papst in Kirche und Welt hineinhören wird, um Gottes Willen zu ertasten. Lasst uns eins sein, wie es Jesus selbst seinen Jüngern im Abendmahlssaal aufgetragen hat, „damit die Welt glaubt“ (Joh 17,21). Amen.

Es segne Sie der dreifaltige Gott, + der Vater, + der Sohn und + der Heilige Geist.

Ihr Bischof Friedhelm

Sonntag, 24. April 2005 (5. Sonntag der Osterzeit)