Protokoll der Jahresvollversammlung 2001 der Gesellschaft zur Förderung der Augustinusforschung E.V. Am 27. Oktober 2001, Matthiasehrenfriedhaus, Würzburg, 11.00 Uhr s.t. Anwesende Mitglieder und Gäste: A. Balogh, G. Balogh, A. Bauer, H. Bauer, W. Bernhard, F. Bilics, E. Binder, J. Binder, E. Biser, Sr. M. Boller, U. Breitenstein, Sr. G. Brosig, H. Brückner, K.H. Chelius, Generaloberin V. Dürr, P. W. Eckermann OSA, A. Eisgrub, G. Ellgaß, Chr. Ertel, Sr. J. Feurer, W. Fincke, M. Finsterer, H.B. Geis, M. Geis, D. Gekle, G. Gekle, A. Germann, R. Germann, R. Gestner, Th. Goppel, P. I. Graber OSA, H.-D. Greulich, H. Grimm, A.E.J. Grote, B. Hablowetz, A. Halbich, M. Hand, H. Hansmann, M. Hartling, M. Helma, I. Hemberger, Sr. M. Hirth OSA, E. Horn, R. Horn, G. v. Imhof, Ph. Kaiser, L. Kammhuber, O. Keller, R. Klein, W. Klein, J. Klein-Brückner, Sr. M. Lamer OSA, A. Lochner, K. Lochner, M. Luiz, P. K. Mass OCD, K. Mauer, A.-M. Mayer, P. P. Mayer OSA, St. Mayer, L. Memmel, M. Memmel, N. Merkert, H. Mertens, Sr. C. Meuler, P. A. Meyer OSA, A. Mohr, B. Müller, Chr. Müller, E. Müller, M. Müller, Chr. Mutter, I. Ott, Chr. Overstolz, P. C. Patock OSA, M. Peltzer, J. Peltzer, A. Raveaux, A. Reuter GMH, G. Rösch, Sr. B.M. Schaedel, Pf. Schindelein, R. Schmidl GMH, R. Schmidt, H. Schraut, A. Schwabe, G. Schwabe, Sr. G. Seemann OSA, Ch. Seidel, A. Seilers, Sr. J. Selbrich, A. Siebers GMH, E. Simon, A. Söllner, H. Söllner, G. Steiger, H. Steiger, I. Steinbach, J. Staus, W. Streun, G. Tagscherer, T. Thanner, Sr. J. Ullrich, H. Welte, W. Welte, I. Witt, H. Zöller, M. Zöller, H.H. Zu Rhein. Entschuldigte Mitglieder: R. Barth, E. Broermann, R. Bursch, H. Drescher, P. E. Englert, R. Esser, F.-K. Ewers, D. Fillinger, E. Fillinger, A. Gärtner, F. Giesel, W. Greb, A. Grüner, A. Kaufmann, M. Kautzmann, M. Klöckener, E. Kömm, Th. Halter, P. A. Herrmann OSA, K. Hillenbrand, E. Hußlein, L. Latz, K. Kardinal Lehmann, R. Leiblein, I. Mayer, R. Mayer, B. Müller, E. Müller, G. Müller, D. v. Münster, E. Pausenberger, E. Remling, P. J. Schaber OSB, Bischof P.-W. Scheele, A. Schindler, H. Schmitz, H. Schnelzer, G.-H. Sitzmann, H. Wagner, A. Wallner, H. Wiedenmayer, F. Kardinal Wetter, I. Zinn. *** Die Jahresvollversammlung war mit einer akademischen Feier verbunden, musikalisch umrahmt wurde sie vom Moenus-Bläser-Ensemble, Würzburg. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden hielt Prof. Dr.Dr. Eugen Biser, früherer Inhaber des Lehrstuhls für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Universität München, den Festvortrag: Zeitenwende - Glaubenswende. Ausgehend vom Attentat am 11. 9. in New York und den neuen Möglichkeiten der Gentechnik betonte der Referent, der Mensch sei zum ersten Mal in der Lage und im Begriff in sein Erbgut einzugreifen. Göttliche Attribute - der Mensch wird in der Terminologie S. Freuds zu einem ‹Prothesengott› - gerieten in seine Verfügungsgewalt. Die eigentlich auf das jenseitige Reich der Vollendung abzielende christliche Hoffnung werde durch die Technik auf den Fortschritt in irdische Bereiche zurückgenommen. Solchen negativen Utopien könnten indes durchaus positive entgegengestellt werden. Denn es gebe auch Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit wie die friedliche Beseitigung des Eisernen Vorhangs, die christlichen Denkmodellen nämlich der biblischen Lehre von der Gotteskindschaft und der Gottebenbildlichkeit des Menschen entsprächen. In der Besinnung auf beide wachse der Mensch über sich hinaus. Aufgabe der Kirche sei es, den Menschen in seine ihm von Gott bestimmte Zukunft hineinzuverhelfen. Diese Zeitenwende verlange eine Glaubenswende. Sie legte der Referent unter folgenden Aspekten dar: 1. Als Wende vom Gehorsams- zum Verstehensglauben: Nach der Lehre des Ersten Vatikanischen Konzils sei der Glaube vollkommene Unterwerfung. Doch darüber sei die Zeit hinweggegangen. ‹Wende› bedeute, den Glauben mit dem Wissensstand zu versöhnen. Der Glaube rufe nach dem Verstehen. In Christi Menschwerdung sei Gott, der Inbegriff aller Weisheit und allen Wissens, als Lehrer zu uns herabgestiegen 2. Als Wende vom Bekenntnis- zum Erfahrungsglauben: Karl Rahner zufolge werde der Christ der Zukunft den Glauben existentiell erfahren und auf diese Weise ein Mystiker sein. 3. Als Wende vom Leistungs- zum Verantwortungsglauben: Nicht Leistung dürfe im Mittelpunkt des Glaubens stehen, sondern Verantwortung den Mitmenschen gegenüber. 4. Als Wende vom Gegenstands- zum Innerlichkeitsglauben: Im Glauben gehe es um mehr als um Gegenstände. Fazit: Der Mensch wäre verloren, wenn Gott ihn nicht liebte und sich nicht in seine Geschichte einmischte, was die Summe der Verkündigung des Apostels Paulus gewesen sei. Prof. Biser erntete anhaltenden Beifall für sein Referat, das zahlreiche Teilnehmer schriftlich nachzulesen wünschten. Da der Referent jedoch frei sprach, können wir diesem Wunsch nur indirekt, durch Zusendung von Kopien veröffentlichter thematisch ähnlicher Aufsätze, nachkommen. *** Regularien 1) Der Vorsitzende Dr. Goppel bat in Änderung der Tagesordnung zunächst um Durchführung der Regularien. Dem wurde stattgegeben. 2) Gedenken der verstorbenen Mitglieder: Zu gedenken war des am 30.11.2000 verstorbenen Richard Zeisner, Dipl.-Ingenieur und Dipl.-Wirtschaftsingenieur aus Bad Honnef, der bereits 1984 dem Verein beigetreten war. 3) Das Protokoll vom 7.10.2000 wurde genehmigt und die vorgesehene Tagesordnung durch den Punkt ‹Zuwahl in den Vorstand› ergänzt. 4) Zuwahl eines Beisitzers im Vorstand: Auf Vorschlag von Dr. Adolf Bauer wurde Hans Grimm aus Kelkheim, der sich der Versammlung vorstellte, ohne Gegenstimmen gewählt. 5) Bericht des Schatzmeisters: Im vergangenen Jahr wurde - allerdings bedingt durch den Wegfall von Obligationen von ca. 20.000 DM - ein Überschuss von über 7.000 DM erreicht. Bücher und Schriften wurden überprüft, die Buchhaltung entspricht den Vorschriften einer ordnungsgemäßen Buchhaltung. 6) Bericht der Rechnungsprüfer: Rechnungsprüferin Ingrid Hemberger bescheinigte dem Vorstand eine einwandfreie Buchführung und Abrechnung. Der Schriftführerin des Vereins, Anneliese Mohr, wurde für ihre Arbeit gedankt. 7) Entlastung des Vorstandes: Auf Antrag aus der Versammlung wurde der Vorstand ohne Gegenstimmen bei Enthaltung der Betroffenen entlastet. – Dr. Thomas Goppel stellte als Vorsitzender der Gesellschaft den Antrag, den jährlichen Mitgliedsbeitrag für persönliche Mitglieder anzuheben, zumal der Mindestsatz mit 20 DM im Vergleich mit anderen Vereinen niedrig angesetzt sei. Er schlug als Mindestbeitragssatz für künftige persönliche Mitglieder 25 € vor, wobei die Altmitglieder berechtigt bleiben sollten, weiterhin die bisherige Höhe des Mitgliedsbeitrags zu bezahlen. Der Beitragssatz für juristische Vereinigungen sollte ebenfalls angemessen erhöht werden. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme angenommen. 8) Neuaufnahmen: Die Anzahl der Neuaufnahmen war in diesem Jahr abermals erfreulich: Ferry Stephan Bilics, Rechtsanwalt, Heidenheim; Prof. Dr. Jan den Boeft, Leiden, Niederlande; Dom P. Johannes Schaber OSB, Dekan, Ottobeuren; Thomas Oehrlein, Bankbetriebswirt, Margetshöchheim; Jürgen Niebecker, Paderborn; als juristische Vereinigung die Gemeinschaft der Missionshelferinnen, Gerbrunn. *** Präsentation des Doppelfaszikels 2,5/6 des Augustinus-Lexikons durch den Verleger Dr. Urs Breitenstein, der Chef des Verlagshauses Schwabe & Co., rühmte zunächst die hohe Reputation des Lexikons in der Fachwelt und legte in Kürze die besonderen Beziehungen seines Hauses zu Franken und zu Augustinus dar: 1488 wurde der Verlag durch Johannes Petri, gebürtig in Langendorf bei Hammelburg, in Basel gegründet und bereits im Jahr 1506 erschien dort die erste gedruckte Gesamtauflage der Werke des großen Kirchenvaters. Das Jahr 2006 werde daher Anlass zum Feiern geben. Das Zentrum für Augustinus-Forschung in Würzburg (ZAF). Hans-Joachim Lange stellte mit Hilfe auf eine Leinwand projizierter Bilder in Kürze die nunmehr unter dem Namen Zentrum für Augustinus-Forschung (ZAF) zusammengefassten Einzelprojekte vor. Das ZAF betreibt seit einiger Zeit das gut frequentierte Internet-Portal www.augustinus.de. Dieses erteilt nicht nur eine Vielzahl an Informationen über Augustins Person und Werk, es ermöglicht dem Forscher zugleich einen raschen Zugriff zur augustinischen Literaturdatenbank mit bisher rund 23.000 Titeln. Der ‹Besucher› findet dort ferner Juwelen augustinischer Texte, Predigten, Aphorismen, nicht zuletzt Auskünfte über die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V. und vieles andere. Die Versammlung endete mit einem Empfang. Würzburg, den 1. Advent 2001 Dr. Thomas Goppel Protokollantin: Michaela Luiz
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