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Einheit ist Herausforderung für alle Bischof Scheele Festredner bei Jahresvollversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung – Zweiter Band des Augustinuslexikons und Zweitauflage des Corpus Augustinianum Gissense vorgestellt

Den zweiten Band des Augustinus-Lexikons präsentierte die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung bei ihrer Jahresvollversammlung im Toscana-Saal der Würzburger Residenz.
Den zweiten Band des Augustinus-Lexikons präsentierte die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung bei ihrer Jahresvollversammlung im Toscana-Saal der Würzburger Residenz.
Würzburg (POW) „Wer Christ sein will, ist gehalten, sich in tätiger Liebe für den Frieden und die Einheit einzusetzen“, hat Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele am Samstag, 25. Oktober, betont. Bei der Jahresvollversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung sprach er im Toscanasaal der Residenz in seinem Festvortrag „Einheit vor uns“ über aktuelle ökumenische Probleme und Chancen.

Die akademische Feier unter Mitwirkung des Instituts für Pädagogik der Universität Würzburg stand unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Adolf Bauer, der den verhinderten bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel vertrat. Bauer erinnerte daran, dass Würzburg die Stadt der Augustiner sei. Die Augustinus-Forschung und ihre Förderung nannte er ein wichtiges Projekt, weil dieses nicht nur für Theologie und Kirche, sondern auch für Wissenschaft und Kultur ein Anliegen von Belang sei. Mehr denn je bedürfe die heutige Kultur eines Geistes, „der sich nicht nur mit der Oberfläche der Wirklichkeit begnügt, sondern der mit seinen Fragen und Antworten in die Tiefendimensionen des Menschseins und der Welt vorstößt“.

Ein Grußwort sprach Professor Dr. Winfried Böhm, Lehrstuhlinhaber am Würzburger Institut für Pädagogik. Die Redaktoren Dr. Andreas Grote und Hans-Joachim Lange stellten den zweiten Band des Augustinuslexikons sowie die stark verbesserte Zweitauflage des Corpus Augustinianum Gissense, des Literaturverzeichnisses zu Augustinus, vor. Eine Ausstellung von Wladimir Petrichev zeigte Gemälde und Graphiken aus Augustins Leben, für die musikalischen Gestaltung sorgte Chopinpreisträgerin Sana Villeruscha.

„Der Einsatz für die volle Verwirklichung der Einheit in Christus ist eine Aufgabe, die vor uns liegt und uns alle herausfordert. Zugleich ist die Einheit in Christus ein Werk des Herrn und bereits vor uns da“, sagte Bischof Scheele. Allen durch Menschen verursachten Trennungen zum Trotz wisse der Glauben, dass dennoch Einheit da sei. Es gebe daher ein „jetzt schon“ und ein „noch nicht“. Daher gehe es nicht primär um eine Wiedervereinigung, sondern um eine Weitervereinigung. Es gelte, weder wegen des individuell als schlecht angesehenen Status’ der Ökumene in Hoffnungslosigkeit, noch wegen des individuell als hervorragend betrachten Zustands der Ökumene in Tatenlosigkeit zu verfallen.

Die heutige Weltsituation sei durch teilweise gegensätzliche Phänomene gekennzeichnet. Eines ihrer Kennzeichen sei die Pluralisierung, für viele Inbegriff der Postmoderne. Sie könne zur Ideologie des Pluralismus führen, der den Relativismus sanktioniere, warnte der Bischof: „Ist am Ende alles gleich gültig, dann wird alles bald gleichgültig sein!“ Zum Christlichen gehöre dagegen das Prinzip der entschiedenen Entscheidung. Ökumenische Aufgabe sei daher eine konsensorientierte Kommunikation, die Brücken baue, ohne Glaubensüberzeugungen zu verleugnen. In der biblisch bezeugten Einheit des Gottesvolks seien Einheit und Vielheit wesenhaft verbunden: „Zum einen Leib gehören viele Glieder.“ Die zugedachte Einheit sei nach dem Bild des dreieinen Gottes gestaltet, der von jeher in der Vielheit der drei Personen lebe. Einheit und Vielheit schlössen einander daher nicht aus.

Einen zweiten Aspekt der heutigen Welt, die Globalisierung, könne man unter ökumenischem Aspekt nur begrüßen, sagte Bischof Scheele. Man dürfe nicht den Ernst der Sorge über die zahlreichen Notstände auf der Welt, das Problem der Gerechtigkeit, den Kampf ums Überleben in der Dritten Welt verkennen. Andererseits hätte es fatale Folgen, wenn das eigentlich Christliche zugunsten sozialer und politischer Initiativen verlassen würde und die Einheit im Glauben aus dem Blickfeld geriete. Die Fragen der äußeren Welt seien letztlich Innenweltfragen. Daher müssten alle Religionen und Weltanschauungen das Ihre zur Bewahrung der Schöpfung, der Verwirklichung der Gerechtigkeit und des Friedens beitragen. Fundamentalismus und Synkretismus müssten dabei als wesentliche Gefährdungen vermieden werden. Synkretismus führe zu Relativismus und dem Versuch, sich aus den Religionen eine eigene Superreligion zusammenzustellen. Fundamentalismus verweigere den Dialog und isoliere sich selbst. Beide Hindernisse könnten erst dann überwunden werden, wenn man das rechte Verhältnis von Dialog und Mission finde.

Eine besondere Bedrohung für die Ökumene stelle die Säkularisierung dar. Wenn die Welt als absolut eigengesetzliche, geschlossene Realität betrachtet werde, scheine es keinen Platz mehr in ihr für den Glauben zu geben. Besonders davon betroffen seien die Familien, eine wesentliche Quelle religiösen Lebens. Hier gelte es, Freiheit neu zu gewinnen in der Erkenntnis, dass die Wirklichkeiten des profanen Bereichs und des Glaubens in demselben Gott ihren Ursprung haben. Pessimismus in der ökumenischen Frage sei unberechtigt, denn viele ökumenische Errungenschaften seien nur noch nicht Gemeingut geworden. Insofern könne der geistliche Ökumenismus nicht nur von jedem Christen gelebt werden: „Er muss es!“

Veröffentlicht: 26.10.2003 jes (POW)