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In piam memoriam
  

Alfred Schindler († 2012)

 

Als die DFG die Aufnahme von Universitätsprofessoren in das Herausgebergremium des AL zur Bedingung machte, wandte ich mich an den damals noch in Heidelberg lehrenden und als Augustinus-Spezialist bestens ausgewiesenen Alfred Schindler. Er sagte meinem Werben nicht nur zu, er engagierte sich mustergültig. Unter den Herausgebern des Lexikons vermisste er eine Fachkraft für christliche Archäologie, und seiner Initiative verdankten wir zunächst die Mitarbeit von Prof. Jürgen Christern aus der Universität Nijmegen, und nach dessen frühem Tod im Jahr 1983 vermittelte er uns Serge Lancel, einen der besten Kenner der Geschichte Nordafrikas der Augustin-Zeit.  Selbst verfasste er 13 Artikel im AL, darunter den im Blick auf den Inhalt und die Quellen sehr komplizierten Decalogus. Bei der Suche nach Autoren und Beurteilung derer Kompetenz war auf ihn Verlass. Seine detaillierten Artikelgutachten waren für die Redaktion stets wertvolle Hilfen.

Nun ist auch er von uns gegangen. Seine Todesanzeige schmückt der Satz aus den Confessiones: «Fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te». Möge dieses ‹donec› sich an ihm erfüllt haben.

Cornelius Mayer
   

Wilhelm Geerlings († 2008)

 

Wilhelm Geerlings
Wilhelm Geerlings
Prof. Dr. theol. Wilhelm Geerlings gehörte von Anfang an (September 1976), und zwar noch vor seiner Promotion 1977 in Tübingen, zum Herausgebergremium des Augustinus-Lexikons. Er hatte sich bei den Vorarbeiten zum AL, bei der Erstellung der Grundgedanken und des Stichwortverzeichnisses sowie der Technischen Richtlinien große Verdienste erworben. Nach seiner Habilitation im Jahre 1980 wurde er 1981 auf den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie nach Bochum berufen. Dort initiierte er eine Reihe wissenschaftlicher Projekte wie die Fontes Christiani. Es war wohl die Belastung mit diesen Projekten, die ihn im Sommer 1996 zwang, aus dem Herausgebergremium des AL auszuscheiden, für dessen ersten Band er noch 5 Artikel verfasst hat.

 

Cornelius Mayer

 

 

 

 

P. Goulven Madec AA († 2008)

 

P. Goulven Madec AA
P. Goulven Madec AA
Die Herausgeber, Redaktoren, Verleger und Mitarbeiter des Augustinus-Lexikons trauern um den am 20. April 2008 zu Layrac bei Agen in Frankreich heimgegangenen Goulven Madec.

 

Als einer der besten Kenner der Werke des Bischofs und Kirchenvaters von Hippo gehörte Père Madec AA seit Beginn der Arbeiten an diesem internationalen Forschungsprojekt dem Gremium der Herausgeber an. Federführend war er bei dessen Konzeption beteiligt, und er ist auch Autor zahlreicher Artikel – darunter der beiden großen Christus und Deus. Das Lexikon verdankt seine hohe Reputation in der Fachwelt weithin ihm.

Möge der Herr ihm jenen Frieden geben, um den der heilige Augustinus am Ende seiner Confessiones bat: «den Frieden der Ruhe, den Frieden des Sabbats, den Frieden ohne Abend» (13,50).

Cornelius Mayer

 

Serge Lancel († 2005)

 

Serge Lancel
Serge Lancel
Am Sonntag, dem 9. Oktober 2005 verstarb in Grenoble Serge Lancel, Mitherausgeber des in drei Sprachen (deutsch, französisch und englisch) erscheinenden Augustinus-Lexikons. Als namhafter Archäologe und hervorragender Kenner der Geschichte Nordafrikas der Augustinzeit verfasste er nicht nur zahlreiche Artikel zu diesem Themenbereich des Lexikons, er war auch zuständig für die inhaltliche Richtigkeit in Französisch abgefasster Beiträge. Im Jahr 2001 wurde Lancel Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres. Bei der Feier seiner Wahl in diese Akademie am 5. Oktober 2001 in den Räumen der Sorbonne hielt ich die Laudatio über seine Meriten für das Augustinus-Lexikon.

 

Zur Laudatio vom 5.10.2001

Cornelius Mayer

 

Erich Feldmann († 1998)

 

Erich Feldmann
Erich Feldmann
Am 27.12.1998 verschied in Folge einer lange währenden Herzinsuffizienz Professor Dr. theol. Erich Feldmann, Mitglied im Herausgebergremium des Augustinus-Lexikons von Anfang an. Schwerpunkt seiner Forschungen waren die Confessiones Augustins. Als deren ausgewiesenster Kenner verfocht er die These von der protreptischen Zielsetzung dieses epochalen Werkes der abendländischen Literaturgeschichte. Die Confessiones seien eine Werbeschrift; sie verarbeiteten lediglich autobiographische Stoffe und stellten diese in den Dienst der christlichen Verkündigung. Mit dem gleichnamigen magistralen Artikel im Augustinus-Lexikon trug er zu dessen Ansehen in der Fachwelt nicht wenig bei.

 

Auf seiner Todesanzeige steht der Satz aus einer exponierten Stelle der Confessiones: «Erkennen will ich dich, Gott, der du mich erkennst, erkennen will ich dich, so wie ich erkannt bin. Du Kraft meiner Seele, tritt in sie ein und bereite sie für dich, dass du sie hältst und besitzt, ohne Makel und Runzel. Dies ist meine Hoffnung» (10,1). Diese Hoffnung möge an ihm in Erfüllung gegangen sein.

Zur Predigt bei den Exsequien am 31.12.1998

Cornelius Mayer

 

Reinhart Herzog († 1994)

Professor Dr. phil. Reinhart Herzog gehörte von 1981 bis zu seinem Tod dem Herausgebergremium des Augustinus-Lexikons an. Im Kondolenzbrief an seine Gattin schrieb ich im Namen des Gremiums u.a.: «Als ich am 31. Mai 1981 Reinhart bat, dem Gremium des AL beizutreten, berief ich mich auf das hohe Ansehen, das er als Kenner der Spätantike schon damals in der Fachwelt besaß. Gerade bei der Suche nach kompetenten Autoren für die schwierigeren Artikel konnten wir oft von seinen Beziehungen zu den Gelehrten in aller Welt profitieren und uns in der Regel auch auf sein Urteil über Autoren verlassen.

Der augustinische Satz aus dem Gottesstaat 22,30, Dies septimus etiam nos ipsi erimus, den Sie für die Todesanzeige gewählt haben, verdeutlicht auch für uns die Glaubenskraft, mit der wir seinen Verlust annehmen.»

Cornelius Mayer

 

Jürgen Christern († 1983)

Schon bei den vorbereitenden Gesprächen über die Konzeption des Augustinus-Lexikons tauchte im Kreis der Herausgeber die Frage nach einem kompetenten Berater für die christliche Archäologie betreffenden Artikel auf. Dank der Intervention von Alfred Schindler gelang es uns, Herrn Professor Dr. Jürgen Christern in der Katholieke Universiteit zu Nijmegen dafür zu gewinnen.

Nach seinem plötzlichen Tod erwähnte ich im Beileidsschreiben an Frau Christern: «Noch Anfang September erhielten wir von ihm die detaillierte Disposition einer schon seit langem ins Auge gefassten gemeinsamen Reise nach Nordafrika, die im Herbst 1984 unter seiner Ägide stattfinden sollte. Diesen Plan werden wir wohl nun aufgeben müssen. Ob es uns gelingt, einen weiteren Berater mit so viel Sachkompetenz, wie diese Ihr von uns allen hochgeschätzter Gatte besaß, für die archäologischen Fragen und Probleme unseres Lexikons zu gewinnen, weiß ich nicht. Wir werden unseren verstorbenen Kollegen sehr vermissen. Requiescat in pace».

Cornelius Mayer