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Veröffentlichungen aus dem deutschsprachigen Raum  
   

M. Rumpf (Hg.): Klassische Texte zur Ehe. Parodos 2010
Michael Rumpf (Hrsg.)

Klassische Texte zur Ehe

(Klassische Texte Parodos 5)

Berlin: Parodos Verlag, 2010, 154 p.

ISBN : 978-3-938880-35-7 | EUR 12,00

"Die vorliegende Anthologie entstand aus der Absicht heraus, die Fülle der philosophischen Darstellungen zur Ehe in Erinnerung zu rufen, bekannte und weniger bekannte Passagen und Zitate zur Verfügung zu stellen und damit einen Schatz an Wertvorstellungen und Einsichten zu sammeln, der verstreut liegt. ... Den Auftakt bildet ein Auszug aus Platons Utopie 'Der Staat' mit dem unpathetischen, ganz praktischen Erwägungen unterworfenen Ideal des gemeinschaftlichen Besitzes von Frauen und Kindern, dem bereits sein Schüler Aristoteles widersprochen hat. Die in Europa vorherrschende christliche Norm der Monogamie wird durch ihre historisch einflussreichsten Theoretiker Augustinus und Luther vertreten. Es folgt die für Deutschland bedeutsame idealistische Tradition mit ihren rechtsphilosophischen Herleitungen (Kant, Hegel, Fichte). Ihrer Gewissheit der Hochschätzung der Ehe weiß sich noch der Neukantianer Hermann Cohen verbunden. Als Kontrapunkt fungieren literarische Zeugnisse (Aretino, Goethe, Balzac) sowie Theoretiker des 19. und 20. Jahrhunderts, die von außen auf die Institution blicken (Engels, Nietzsche, Simmel)."

Aus dem Vorwort des Herausgebers

 

Autobiographie und Hagiographie in der christlichen Antike (hrsg. von J. van Oort/D. Wyrwa), Peeters 2009.
Johannes van Oort / Dietmar Wyrwa (Hrsg.)

Autobiographie und Hagiographie in der christlichen Antike

(Patristic Studies 7)

Leuven: Peeters, 2009, X-129 p.

ISBN: 978-90-429-2212-9 | EUR 36,00

» Inhaltsverzeichnis

Autobiographie und Hagiographie' - mit dieser Themenwahl hat die Patristische Arbeitsgemeinschaft erneut ihre Sensibilität für innovative Forschungsimpulse und aktuelle Forschungsdiskussionen unter Beweis gestellt.

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Leuven University Press
Leuven University Press
Jörn Müller

Willensschwäche in Antike und Mittelalter
Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus

(Ancient and Medieval Philosophy - Series I/40)

Leuven: Leuven University Press, 2009, 809 p.

ISBN: 978-90-5867-752-5 | EUR 135,00

» Inhaltsverzeichnis

Mit ‘Willensschwäche’ wird gemeinhin eine Situation gekennzeichnet, in der jemand wider besseres Wissen bzw. gegen seinen eigenen Vorsatz handelt. Die philosophische Relevanz dieses Alltagsproblems liegt in der damit verbundenen Infragestellung unseres Selbstverständnisses als rationale Akteure sowie in der Frage nach den involvierten handlungstheoretischen und psychologischen Erklärungsmustern für ein solches Handeln. Dieses Buch bietet die erste umfassende Geschichte dieses Problems im antiken und mittelalterlichen Denken, die in vier Teilbereichen rekonstruiert wird:

(1) die akrasia-Debatte im klassischen Griechenland;
(2) das spezifisch christliche Verständnis der Willenschwäche in der Spätantike;
(3) die Konzeptualisierung unwilligen Handelns in der Monastik;
(4) die scholastische Debatte zwischen ‘Intellektualisten’ und ‘Voluntaristen’ über die Grundlagen der menschlichen Freiheit.

Die Studie zeigt sowohl die Entwicklung innerhalb dieser Kontexte an Hand zentraler Autoren als auch deren Verzahnung untereinander auf. Im Schlussteil werden die historischen Resultate für die gegenwärtige Diskussion fruchtbar gemacht.

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Augustinus von Hippo: Predigten zu Neujahr und Epiphanie (Sermones 196/A-204/A). Einleitung, Text, Übersetzung und Anmerkungen von Hubertus R. Drobner. Peter Lang 2010
Hubertus R. Drobner

Augustinus von Hippo:
Predigten zu Neujahr und Epiphanie (Sermones 196/A-204/A)
Einleitung, Text, Übersetzung und Anmerkungen

(Patrologia - Beiträge zum Studium der Kirchenväter 22)

Frankfurt am Main et al.: Peter Lang, 2010, 572 p.

ISBN 978-3-631-60383-3 | EUR[D] 89,80

Band 8 der zweisprachigen Ausgabe der Sermones ad populum enthält die längste aller erhaltenen Predigten Augustins, den 1990 in der Mainzer Stadtbibliothek entdeckten Sermo Dolbeau 26. Er wird auf der Grundlage der Mainzer Handschrift, die als Faksimile abgedruckt wird, neu herausgegeben, erstmals ins Deutsche übersetzt und kommentiert. Die zweite, 1980 von Raymond Étaix erstmals edierte Neujahrspredigt wird in gleicher Weise auf der Basis des Codex Marston MS 208 in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Universität Yale, herausgegeben. Von den sieben Epiphanie-Predigten werden vier erstmals ins Deutsche übertragen. Die Kommentierung erläutert insbesondere Echtheit, Überlieferung, Chronologie, Struktur, Stil, historische Daten, biblisches Gedankengut, Theologie und Liturgie.

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Early Christianity (hrsg. von J. Frey/C.K. Rothschild/J. Schröter/F. Watson). Mohr Siebeck

Early Christianity (EC)

Herausgegeben von Jörg Frey, Clare K. Rothschild, Jens Schröter und Francis Watson
Managing Editor: Jens Schröter

Tübingen: Mohr Siebeck 1 (2010) ff.

Einzelheft: EUR 59,00
Jahresabonnement:  EUR 199,00 (Institutionen) | EUR 49,00 (Privatpersonen)

ISSN: 1868-7032 (Printausgabe)
ISSN: 1868-8020 (Online-Ausgabe)

» Probeheft (PDF 1,5 MB)

Gegenstand der Zeitschrift ist das frühe Christentum als historisches Phänomen. Die Bezeichnung "frühes Christentum" soll dabei signalisieren, dass die Vielfalt derjenigen Aspekte in den Blick treten soll, die die Entstehung der christlichen Schriften vornehmlich der ersten beiden Jahrhunderte, ihre Rezeption sowie die Entstehung eines Corpus für die christliche Kirche verbindlicher Texte betreffen. Dadurch wird nicht zuletzt die Unterscheidung zwischen "kanonisch" und "apokryph" werdenden Schriften thematisiert.

Die Zeitschrift nimmt dabei ein weites Spektrum von Einzelaspekten – wie etwa die Herausbildung christlicher Gemeinschaften im antiken Kontext, Formen sozialen Lebens, Kommunikationswege und -formen, Konfliktpotentiale sowie Überreste materialer Kultur – in den Blick. Die Produktion und Rezeption neutestamentlicher Texte soll auf diese Weise in den weiteren Kontext der Herausbildung des Christentums in religiöser, kultureller und sozialer Hinsicht gestellt werden.

"Early Christianity" erscheint vierteljährlich. Jedes Heft enthält vier oder fünf Aufsätze, von denen zumindest einer in deutscher Sprache verfasst sein wird. Darüber hinaus enthalten die Hefte Rubriken zu "New books", "New discoveries" und "New projects", die über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der neutestamentlichen Wissenschaft und der Erforschung des frühen Christentums informieren. Jedes Heft wird von einem der Herausgeber verantwortet, jedes zweite Heft ist einem speziellen Thema gewidmet.

Online-Volltext

Im Abonnement für Institutionen und Privatpersonen ist der freie Zugang zum Online-Volltext enthalten.

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R. Jonischkeit: Vom 'gerechten Krieg' zum Frieden in Gerechtigkeit. Studienverlag 2010.
Robert Jonischkeit

Vom "gerechten Krieg" zum Frieden in Gerechtigkeit

Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag, 2010, 364 p.

ISBN: 978-3-7065-4691-1 | EUR 44,90

Die Lehre des gerechten Krieges ist auf militärische Konflikte der Gegenwart nicht mehr anwendbar, da die Ursachen und Hintergründe der modernen Kriege viel komplexer geworden sind. Ausgehend von der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin soll daher für die christliche Friedensethik ein Weg gefunden werden, wie man konstruktiv zu einem gerechten Frieden beitragen kann, ohne das starre Regelwerk des gerechten Krieges zu verwenden. Die ethische Beurteilung geschieht erstmals auf Grundlage der eigenen Predigten der letzten zehn Jahre, die der Autor als Gemeindepfarrer in Österreich gehalten hat.

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J. Janes: Affektive Theologie und Kirchenreform. Die deutschen Augustiner-Eremiten als Wegbereiter der Reformation. München 2010
Jörg Janes

Affektive Theologie und Kirchenreform
Die deutschen Augustiner-Eremiten als Wegbereiter der Reformation

München: Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, 2010, 94 p.

ISBN: 978-3-89975-773-6 | EUR 29,90

Die Augustiner-Eremiten, aus deren Reihen der Reformator Martin Luther hervorging, verstanden sich als Werkzeug im Dienst der Erneuerung der Kirche. Diese Betrachtung der Geschichte des OESA spürt den vitalen Kräften einer an der apostolischen Tradition orientierten Erneuerungsbewegung nach. In den Reflexionen auf die Reformation im Anschluss an historische Skizzen zu Wirkungsfeld, Selbstverständnis und Theologieverständnis wird Luther konfrontiert mit dem, was als spirituelle Kraft den Augustiner-Eremiten aus dem menschlichen und denkerisch anspruchsvollen Vorbild des Kirchenvaters Augustinus zufloss. Dabei geht es nicht nur um dem Kontext der dem Reformator in Erfurt an der Universität und im Studium Generale vermittelten Theologie. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Vorgänge auf den großen Reformkonzilien und die Rolle des OESA in Wissenschaft und Kultur, aber auch im Überlebenskampf der Bettelorden mit Bischöfen und Weltklerus.

 

Latein Lektüre aktiv! Augustinus (hg. von H. Gschwandtner/C. Brandstätter). Ernst Klett 2005.
Helfried Gschwandtner / Christian Brandstätter (Hrsg.)

Latein Lektüre aktiv!

Augustinus

Wien/Leipzig: Österreichischer Bundesverlag / Ernst Klett Verlag, 2010, 64 p.

ISBN: 978-3-12-657880-6 | EUR 8,95

Den Schwerpunkt der Textauswahl in dieser Ausgabe bilden die Confessiones, in denen Augustin seine Biografie von frühester Jugend bis zu seiner Bekehrung zum Christentum kommentierend darstellt. Neben den "klassischen" Stellen (Lobpreis Gottes, Hortensius, Bekehrung), wurden auch solche Passagen aufgenommen, die von Lebens- und Alltagswelt des Augustin handeln.

Ergänzt werden die Confessiones durch eine kleine Auswahl von Texten aus De civitate dei. Die einzelnen Doppelseiten bzw. Sinneinheiten sind unabhängig voneinander bearbeitet, sodass an jeder beliebigen Stelle mit der Lektüre begonnen werden kann, da keine Vokabeln aus früheren Kapiteln vorausgestzt werden. Der Lernwortschatz enthält Vokabeln, die bei Augustin häufig vorkommen. Alle anderen über den Grundwortschatz hinausgehenden Vokabeln finden sich als Fußnoten unterhalb der Texte. Zahlreiche Übungen motivieren die Schülerinnen und Schüler zur eigenständigen (Text-)Arbeit.

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J. Bellers/M. Porsche-Ludwig: Homer oder Homunculus? Der Zerfall der abstrakten Moderne und die Heimkehr in den konkreten Mythos. Traugott Bautz 2010
Markus Porsche-Ludwig / Jürgen Bellers

Homer oder Homunculus?
Der Zerfall der abstrakten Moderne und die Heimkehr in den konkreten Mythos

Nordhausen: Verlag Traugott Bautz, 2010, 100 p.

ISBN: 978-3-88309-548-6 | EUR 20,00

Grundlage ist eine Kritik der Moderne, die alles (auch den Menschen) als bloßes Objekt, rein technisch behandelt. Dagegen werden die Homerischen Helden noch als solche, nicht als Objekt irgendwelcher Wissenschaft oder Theorie dargestellt, in ihrer vollen Lebensfülle, wie das auch noch Jesus in seinen Gleichnissen tat. Zum Schluss wird der negative Weg nachgezeichnet, der beginnend mit Platon über Augustinus zu Descartes mit seiner analytisch-zerstörenden Zergliederung von Welt und Mensch führte.

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L. Fladerer: Augustinus als Exeget. Zu seinen Kommentaren des Galaterbriefes und der Genesis. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2010.
Ludwig Fladerer

Augustinus als Exeget
Zu seinen Kommentaren des Galaterbriefes und der Genesis

Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2010, 261 p.

ISBN: 978-3-7001-6647-4 | EUR 53,00

Die vorliegende Monographie untersucht die exegetischen Techniken Augustins in seinen drei Genesiskommentaren und ist primär einer philologischen Fragestellung verpflichtet. Augustinus wird dabei als Grammaticus und Rhetor in den Kontext der zeitgenössischen Textdeutung gerückt, die besonders von der Gattung des Kommentares geprägt war. Durch das Fehlen lateinischer Genesiskommentare im zeitlichen Umfeld des Kirchenvaters muss über den Umweg der reichlich vorhandenen Galaterbriefkommentare (Marius Victorinus, Hieronymus, Ambrosiaster, Augustinus) jenes Vergleichsmaterial gewonnen werden, das die Beurteilung der Spezifika des Kommentators Augustinus ermöglicht. Daher werden im ersten Hauptteil ausgehend von den Galaterbriefkommentaren die jeweiligen Unterschiede in der Interaktion zwischen dem Interpreten und seinem Text herausgearbeitet. Diese Ergebnisse werden im zweiten Teil des Buches auf Augustins Genesiskommentare umgelegt, wobei besonders die Worterklärung, Fragen der Sprachrichtigkeit sowie die Figurenlehre im Vordergrund stehen. Durchgehend von Interesse ist die Art der Implementierung des biblischen Texts in die Auslegungsprosa. All diese Beobachtungen zur grammatischen Exegese und zur Disposition der Kommentare zeigen, dass Augustins hermeneutische Grundschrift De doctrina Christiana als Systematisierung einer bereits vorher am biblischen Schöpfungsbericht praktizierten Exegese verstanden werden kann. Diese unterliegt einer starken Rhetorisierung, die zuweilen zur Aufgabe der Kommentarform zugunsten eines pastoralen Anliegens führt. Die Hl. Schrift selbst stellt ein polyvalentes Zeichensystem dar, dessen Bedeutung vom gläubigen Leser weitergeschrieben werden kann.

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I. Schiller: Die handschriftliche Überlieferung der Werke Augustins, Bd. 10: Ostdeutschland und Berlin (2 Teilbände). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2009
Isabella Schiller

Die handschriftliche Überlieferung der Werke des heiligen Augustinus
Band 10: Ostdeutschland und Berlin

Teil 1: Werkverzeichnis, Teil 2: Verzeichnis nach Bibliotheken

(Veröffentlichungen der Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter 25 + 26)

Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2009, Teil 1: 538 p., Teil 2: 435 p.

ISBN: 978-3-7001-6559-0 | EUR 99,00

Als 10. Band der von der Kirchenväterkommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften edierten Reihe "Die handschriftliche Überlieferung der Werke des Heiligen Augustinus" liegt nun der Katalog der Bibliotheken und Archive Ostdeutschlands und der nunmehr vereinigten Berliner Bestände vor. Das Werkverzeichnis (Teil 1) umfasst nicht nur die augustinischen und pseudo-augustinischen Werke, sondern gliedert neben den Sermones auch die dem Kirchenvater zugeschriebenen Texte anderer identifizierbarer Autoren einzeln auf. Einbezogen wurden außerdem volkssprachliche Übersetzungen (pseudo-)augustinischer Werke; das Bibliotheksverzeichnis (Teil 2) stellt alle Handschriften (etwa 1100) nach Standorten und Signaturen geordnet zusammen, wobei auch (Kriegs-)Verluste berücksichtigt wurden. Im Zuge der Katalogisierungsarbeit kam es zum Aufsehen erregenden Fund von sechs bis dato unbekannten echten Augustinus-Predigten in einem Codex der Erfurter Universitätsbibliothek (Bibliotheca Amploniana). Insgesamt überwiegen zahlreiche hoch- und spätmittelalterliche Spuria, die, soweit dies möglich war, identifiziert wurden, sodass nicht nur Augustinus-Editoren, sondern auch ein breiterer Benützerkreis - vor allem Mediävisten, Historiker und Theologen - leichteren Zugang zur Augustinus-Rezeption finden. Ein rasches Auffinden der gewünschten Information wird durch ein Autoren- und Initienverzeichnis gewährleistet.

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Vera doctrina. Zur Begriffsgeschichte der Lehre von Augustinus bis Descartes. Hrsg. von Ph. Büttgen et al. Harrassowitz Verlag 2009

VERA DOCTRINA

Zur Begriffsgeschichte der Lehre von Augustinus bis Descartes
L'idee de doctrine d'Augustin à Descartes

Hrsg. von Philippe Büttgen, Ruedi Imbach, Ulrich J. Schneider, und Hermann J. Selderhuis

(Wolfenbütteler Forschungen 123)

Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2009, 387 p.

ISBN: 978-3447061018 | EUR 89,00

Der Band widmet sich der Geschichte des Begriffs „doctrina“ in seinen verschiedenen Ausdrücken (Lehre, „doctrine“) und seinen unterschiedlichen Verwendungen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Die Geschichte der „doctrina“ ist zunächst eine Geschichte der Formen, nämlich der Lehre, des Wissens, der Wissenschaft, eine Geschichte der Bedingungen und Zwänge, welche die Gültigkeit einer oder mehrerer Wahrheiten bestimmen. Zugleich ist diese Geschichte unaufhebbar eine der Normen, Schreib- und Übermittlungsregeln, aber auch der Normen des Glaubens, der Zugehörigkeit zu einer oder mehreren Gemeinschaften. Die Geschichte der „doctrina“ gehört in der Anrufung der „wahren, heiligen und rechten Lehre“ zur Geschichte der Geistlichkeit, der Universität, des christlichen Unterrichts, auch zur Geschichte der Zensur und der geistigen Kontrolle, zur Geschichte der Sekten, Richtungen und Schulen in Philologie, Theologie und Wissenschaft, zur Geschichte der Intellektuellen und Gelehrten. All diese Orte der „doctrina“ sind Gegenstand der Untersuchung.

 

J. Pilvousek/J. Römelt (Hg.), Die Bibliothek des Amplonius Rating de Berka ... Echter 2010.

Josef Pilvousek / Josef Römelt (Hg.)

Die Bibliothek des Amplonius Rating de Berka und ihre verborgenen Schätze
Anmerkungen zur Wiederentdeckung „Erfurter“ Augustinus-Predigten

(Erfurter Theologische Schriften 39)

Würzburg: echter, 2010, 109 p.

ISBN: 978-3-429-03249-4 | EUR[D] 16,00

» Leseprobe

2008 wurden im Rahmen eines von der Katholisch-Theologischen Fakultät und der Universität Erfurt organisierten Vortrages „neue Erfurter Augustinus-Predigten“ als ein „Aufsehen erregender Fund“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Entdeckt hatte die bisher unbekannten echten Texte Isabella Schiller, damals Projektmitarbeiterin bei der Kirchenväterkommission an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Der vorliegende Band nimmt dies zum Anlass, um eine breitere Öffentlichkeit mit der Bedeutung eines solchen Fundes vertraut zu machen. Es geht dabei nicht um die Herausgabe der Schriften selbst oder um eine umfangreiche theologische Besprechung ihrer Inhalte. Das Buch ist vielmehr so angelegt, dass dem Leser der bibliothekarische Hintergrund, die zeitgeschichtliche Einordnung der Sammlung, in welcher die Predigten gesichtet wurden, die Fragen nach der Auffindung und Feststellung der Echtheit der Texte und die Bedeutung des Kirchenvaters Augustinus zugänglich gemacht werden sollen.

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M.J. Fuchs: Sum und cogito. Grundfiguren endlichen Selbstseins bei Augustinus und Descartes. F. Schoeningh 2009
Marko J. Fuchs

Sum und cogito
Grundfiguren endlichen Selbstseins bei Augustinus und Descartes

(Augustinus - Werke und Wirkung  1)

Paderborn: F. Schöningh, 2010, 304 p.

ISBN: 978-3-506-76845-2 | EUR 44,90

Augustinus gelingt es – im Gegensatz zu Descartes – grundlegende Aspekte endlichen Selbstseins und dessen zeitlicher Verfassung problemorientiert und sachgerecht zu beschreiben.

Innerhalb der modernen Subjektphilosophie hat sich, maßgeblich inspiriert durch die Phänomenologie Edmund Husserls und die Existenzialhermeneutik Martin Heideggers, das Bewusstsein herausgebildet, dass bei der Untersuchung des Selbstseins eines Subjekts die Zeitlichkeitsproblematik eine zentrale, traditionell indessen zu wenig berücksichtigte Rolle spielt. In Zusammenhang damit lässt sich in der modernen Philosophie eine Ablehnung von Subjektivitätsmodellen, die auf Descartes’ cogito-sum zurückzuführen sind, und eine Hinwendung zu vorcartesianischen Figuren feststellen, wobei besonders dem Denken Augustins eine wichtige Rolle zukommt.

Die vorliegende Studie geht dieser Konstellation zwischen Descartes und Augustinus nach und stellt heraus, dass es Augustinus im Gegensatz zu Descartes gelingt, grundlegende Aspekte endlichen Selbstseins und dessen zeitlicher Verfassung problemorientiert und sachgerecht zu beschreiben, die bei Descartes, obgleich strukturell vorausgesetzt, dennoch nur ungenügend reflektiert werden. Zudem entwickelt Augustinus in Form einer Trinitätsspekulation eine Grundfigur der philosophischen Selbstvergewisserung endlichen Selbstseins, die der substanzmetaphysischen Systematisierung des endlichen Selbst bei Descartes konzeptuell überlegen ist. 

 

J. Frey/S. Krauter/H. Lichtenberger (Hgg.): Heil und Geschichte. Mohr Siebeck 2009.
Jörg Frey / Stefan Krauter / Hermann Lichtenberger (Hrsg.)

Heil und Geschichte
Die Geschichtsbezogenheit des Heils und das Problem der Heilsgeschichte in der biblischen Tradition und in der theologischen Deutung

(Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament I/248)

Tübingen: Mohr Siebeck, 2009, XXIII-834 p.

ISBN: 978-3-16-150110-4 | EUR[D] 199,00

Der Band vereint Beiträge eines Symposiums, das im Frühjahr 2007 zu Ehren von Martin Hengel stattfand. Die über 30 Beiträge reflektieren die Frage der "Heilsgeschichte" in ihren exegetischen und theologischen Bezügen. Der Kreis der Beiträge reicht vom Alten Testament über Josephus, Philo, Qumran und die Rabbinica, die wesentlichen neutestamentlichen Autoren und Schriftenkreise, griechische und römische Autoren, die Gnosis und Irenäus, Augustinus und Luther bis hin zur neuzeitlichen Interpretation bei Kant und Hamann, von Hofmann, Bultmann, Löwith, Rosenstock Huessy und Pannenberg. Der Band regt somit zu einer erneuten theologischen Reflexion über das Problem der fundamentalen Geschichtsbezogenheit des Heils und die Möglichkeit einer theologischen Rede von der "Heilsgeschichte" an.

» Ausführliches Inhaltsverzeichnis auf der Verlagshomepage

   

K. Albert: Platonismus. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2008
Karl Albert

Platonismus
Weg und Wesen abendländischen Philosophierens

Darmstadt: WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2008, 141 p.

ISBN: 978-3-534-21955-1 | EUR[D] 24,90

Der bekannte Philosoph Karl Albert zeichnet in diesem Band einen Grundstrang der Philosophie nach: den Platonismus. Die Aufnahme und Weiterentwicklung platonischen Denkens hat das Abendland so intensiv geprägt, dass wir seine Geschichte ohne den Platonismus nicht verstehen können.

Die Entwicklung über die Jahrhunderte, von Platon, über Plotin und Proklos, Augustinus und Meister Eckhart, Ficino und die Platoniker von Cambridge, bis hin zu Heidegger und Gadamer, wird hier mit leichtem Strich und souveräner Sachkenntnis dargestellt. Karl Albert fasst in diesem gut verständlichen Band die Ergebnisse eines langen Gelehrtenlebens für ein breites Publikum zusammen

Entstanden ist so nicht nur eine großartige Wirkungsgeschichte, sondern auch ein Bild des abendländischen Menschen.

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F. Drews: Menschliche Willensfreiheit und göttliche Vorsehung bei Augustinus, Proklos, Apuleius & John Milton. Ontos Verlag 2009.
Friedemann Drews

Menschliche Willensfreiheit und göttliche Vorsehung bei Augustinus, Proklos, Apuleius und John Milton

Band 1: Augustinus und Proklos
Band 2: Apuleius, Milton, Zusammenfassungen

(Themen der antiken Philosophie 3)

Frankfurt a.M.: ontos Verlag, 2009, 804 p.

ISBN : 978-3-86838-037-8 | EUR[D] 249,00

Das Buch behandelt das Thema Willensfreiheit und Vorsehung aus Sicht vier verschiedener Autoren. Zunächst werden die philosophischen, nicht vom Kriterium des Bewusstseins abhängigen Willenskonzeptionen des Kirchenvaters Augustinus sowie des Neuplatonikers Proklos erörtert. Mittels erkenntniskritischer Analysen zeigen beide eine Wirklichkeit des Geistigen auf, als deren höchster Urgrund Gott aufscheint. Weder Providenz noch Prädestination sind deterministisch aufzufassen – eine Theodizee erscheint möglich. Ein weiterer Hauptteil zu Apuleius' Goldenem Esel weist die literarische Relevanz des Themas für das Werkganze nach, speziell für eine Lösung des sog. 'Bruchs' zwischen den ersten zehn Büchern und dem Isis-Buch. Abschließend wird dieselbe Thematik in John Miltons Paradise Lost untersucht.

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N. Baumann: Die Demut als Grundlage aller Tugenden bei Augustinus. Peter Lang 2009.

Notker Baumann

Die Demut als Grundlage aller Tugenden bei Augustinus

(Patrologia – Beiträge zum Studium der Kirchenväter 21)

Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang, 2009, 334 p.

ISBN: 978-3-631-58592-4 | EUR[D] 57,80

Diese Studie zeigt, dass Augustinus als erster Denker des Altertums die Demut ausdrücklich zum Fundament aller Tugenden macht. Dargelegt werden die anthropologischen und theologischen Gründe, die ihn dazu führen. Des Weiteren weist die Untersuchung auf, inwiefern Demut für Augustinus den Begriff der Selbsterkenntnis einschließt.

   

H. Hoping/M. Schulz (Hrsg.): Unheilvolles Erbe? Zur Theologie der Erbsünde. Herder Verlag 2009
Helmut Hoping / Michael Schulz (Hrsg.)

Unheilvolles Erbe?
Zur Theologie der Erbsünde

(Quaestiones disputatae 231)

Freiburg i.Br. u.a.: Herder, 2009, 239 p.

ISBN: 978-3-451-02231-9 | EUR[D] 25,00

Für die Theologie ist das Phänomen des Bösen ein besonderes Problem. Denn zentrale Annahmen christlicher Weltdeutung erlauben es nicht, das Böse zur «natürlichen» Aggression oder «normalen» Rivalität unter Artgenossen zu verharmlosen.

Auf das Bemühen des Kirchenvaters Augustinus, die Frage nach dem Ursprung des Bösen theologisch zu bewältigen, geht die Lehre von der Erb- bzw. besser Ursünde (peccatum originale) zurück, die heute freilich zu den umstrittensten Lehrstücken der Theologiegeschichte zählt. Der vorliegende Band gibt einen Einblick in die gegenwärtige Diskussionslage und stellt den Gewinn einer zeitgemäßen und rational verantworteten Rede von der Ursünde gegenüber ihrer pauschalen Verabschiedung heraus.

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G. Lohfink/L. Weimer: Maria - nicht ohne Israel. Eine neue Sicht von der Unbefleckten Empfängnis. Herder Verlag 2008.

Gerhard Lohfink / Ludwig Weimer

Maria – nicht ohne Israel
Eine neue Sicht der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis

Freiburg i.Br. u.a.: Herder, 2008, 432 p.

ISBN: 978-3-451-29789-2 | EUR[D] 28,00

Im Blick auf Maria, die Mutter Jesu Christi, verursachte Augustinus die Erbsündenlehre, als deren Vater er gilt, ein nicht geringes Unbehagen. Im Disput mit Pelagius hielt er ausdrücklich fest, dass er in Bezug auf ihre Person «wegen der Ehre des Herrn keine Frage gestellt haben will, wenn von Sünden gesprochen wird» (De natura et gratia 42). Die theologische Klärung des Problems, die erst mit dem Dogma von 1854 ihren Abschluss finden sollte, blieb freilich späteren Jahrhunderten vorbehalten.

Was aber meint die Kirche, wenn sie Maria eine «unbefleckte Empfängnis» attestiert? – so fragen die Autoren des vorliegenden Buches. Was hat Maria mit der Trennung von Juden und Christen zu tun? Ist Maria die geschlechtslose Ikone einer leibfeindlichen Moral? Leider wird diese unbefleckte Empfängnis hartnäckig mit Jungfräulichkeit verwechselt. Und doch geht es dabei um etwas völlig anderes: um das Befreitsein von der Erbsünde. Aber «Erbsünde» ist ein schillernder Begriff. Daher zeigen die Autoren überzeugend, wie eng Erbsünde verknüpft ist mit allem, worunter die Menschheit heute leidet.

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U. Podzeit: Die Freude an der Tora als Weisung des Weges zum Vater. Auslegungen der Rabbinen und des Aurelius Augustinus zu Psalm 1. Peter Lang 2009.
Utz Podzeit

Die Freude an der Tora als Weisung des Weges zum Vater
Auslegungen der Rabbinen und des Aurelius Augustinus zu Psalm 1

Frankfurt a.M., Berlin, Bern u.a.: Peter Lang, 2009, 98 p.

ISBN 978-3-631-59067-6 | EUR 24,50

Die Rabbinen und Aurelius Augustinus verwenden für ihre Psalmenauslegung gleichermaßen die hermeneutische Methode der Allegorese. Die Rabbinen kennen in der Auslegung von Psalm 1 eine Vielzahl hermeneutischer Modelle (David, Noah, Adam). Augustinus dagegen führt ein einziges, christozentrisches Modell in Übereinstimmung mit der antik-frühchristlichen Interpretationsmethode durch (Jesus Christus, Kirche, Erlösungslehre). Im Interesse eines Dialogs unter Gleichberechtigten wird die christliche Hermeneutik des Augustinus der rabbinischen Hermeneutik des autochthon jüdischen Textes von Psalm 1 gegenübergestellt. 

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Winfried Böhm/Birgitta Fuchs/Sabine Seichter (Hrsg.): Hauptwerke der Pädagogik. F. Schöningh 2009
Winfried Böhm / Birgitta Fuchs / Sabine Seichter (Hrsg.)

Hauptwerke der Pädagogik

Paderborn/München/Wien/Zürich: F. Schöningh, 2009, XXX-483 p.

ISBN: 978-3-506-76838-4 | EUR[D] 68,00

Einen kompetenten Wegweiser zu den Quellen der abendländisch-westlichen Pädagogik legen Winfried Böhm, Birgitta Fuchs und Sabine Seichter mit diesem Werklexikon vor. Über 100 herausragende Fachgelehrte aus aller Welt stellen 180 pädagogische Werke von der griechischen Antike bis in die unmittelbare Gegenwart vor. Wie auf vielen anderen Feldern der abendländischen Geistesgeschichte ist auch in der Pädagogik der Einfluss des heiligen Augustins nicht zu übersehen. Der langjährige Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Pädagogik Professor Winfried Böhm stellt Augustins einschlägiges Werk „De magistro/Über den Lehrer“ vor und hebt eine erhellende Differenzierung des Lernbegriffs durch den Kirchenvater hervor. Durch die breite Einbeziehung auch der Grundschriften der modernen Erziehungswissenschaften leistet der vorliegende Band einen wichtigen Beitrag, um die entstandene Kluft zwischen traditioneller Pädagogik und empirischer Bildungsforschung zu überbrücken.

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W. Böhm/E. Schiefelbein/S. Seichter: Projekt Erziehung. Ein Lehr- und Lernbuch. F. Schöningh 2008.
Winfried Böhm / Ernesto Schiefelbein / Sabine Seichter

Projekt Erziehung. Ein Lehr- und Lernbuch

Paderborn/München/Wien/Zürich: F. Schöningh, 2008, 197 p.

ISBN: 978-3-506-76516-1 | EUR 19,90

Die Erziehung als das Projekt der Moderne scheint am Ende zu sein. War es der Grundgedanke der abendländischen Erziehung, den Menschen zum Menschen zu erziehen, hat die Pädagogik heute den Blick auf den ganzen Menschen weitgehend verloren und richtet ihr Interesse auf einzelne Aspekte: Qualifikationen, Kompetenzen, Strategien, Methoden. Angesichts einer offenen und ungewissen Zukunft und im Hinblick auf den nicht mehr vorgegebenen, sondern vom einzelnen selbst zu bestimmenden Lebenssinn wird eine Erziehung immer fragwürdiger, die den Menschen in erster Linie für Zwecke abrichten und auf Funktionen vorbereiten will.

In dieser Situation erscheint es dringend notwendig, das Projekt Erziehung von einer zukunftsfähigen Idee her neu zu entwerfen. Dabei darf die europäische Tradition von Antike, Christentum und Aufklärung nicht leichtfertig über Bord geworfen werden, sondern sie muss im Hinblick auf die Herausforderungen einer unbestimmten Zukunft vom Prinzip der Person her neu überdacht und fruchtbar gemacht werden. Mit Person ist damit der mit Vernunft, Freiheit und Sprache ausgestatte mündige Mensch gemeint, dessen Bestimmung es ist, sich selbst zu bestimmen und den die Erziehung deshalb nicht zum Mittel für andere Zwecke gebrauchen darf, seien diese ideologisch, politisch oder ökonomisch.

Das vorliegende Buch versteht sich als Anleitung zu diesem kritischen Nachdenken über Erziehung und als innovativer Wegweiser zu einem verantwortungsbewussten eigenen Standpunkt. Dieses von dem deutschen Pädagogen Winfried Böhm und dem chilenischen Bildungsplaner ursprünglich für (latein-)amerikanische Leser verfasste und inzwischen weltweit erprobte Lehr- und Lernbuch wurde von der jungen Erziehungswissenschaftlerin Sabine Seichter für ein breites deutsches Publikum vollständig überarbeitet. Es wendet sich grundsätzlich an alle an Erziehung Interessierten (besonders Eltern, Erzieher, Lehrer, Studierende, Bildungspolitiker, Pädagogen) und eignet sich gleichermaßen als Lehrbuch in der Ausbildung von Erziehern und Lehrern und als Lernbuch für das individuelle Selbststudium.

» Rezension von AL-Mitherausgeber Dr. habil. Christof Müller

  

Petra Steidl: Musik und Bildung. Die Verknüpfung musik- und bildungsphilosophischer Konzepte bei A. Augustinus, J. J. Rousseau und Th. W. Adorno. Ergon Verlag 2009.
Petra Steidl

Musik und Bildung
Die Verknüpfung musik- und bildungsphilosophischer Konzepte bei A. Augustinus, J.J. Rousseau und Th.W. Adorno

(Erziehung - Schule - Gesellschaft 53)

Würzburg: Ergon Verlag, 2009, X-518 p.

ISBN: 978-3-89913-708-8 | EUR[D] 68,00

Im vorliegenden Werk setzt die Autorin die bildungs- und musikphilosophischen Grundgedanken dreier herausragender Denker abendländischer Geistesgeschichte in Beziehung: Aurelius Augustinus (354-430), Jean-Jacques Rousseau (1712-78) und Theodor W. Adorno (1903-69). Dabei arbeitet die Autorin neue Analogien zwischen den jeweiligen Bildungs- und Musikphilosophien heraus, anhand derer sie einen weiten ideengeschichtlichen Entwicklungsbogen, den die drei Denker aufspannen, darstellt: Während Augustinus die Bildung des Menschen als eine Ausrichtung hin zu einer objektiv gegebenen göttlich-kosmischen Ordnung und musikalischen "Welten-Harmonie" begreift, Rousseau den subjektiven Ausdruck des Individuums im schlichten Gesang der "Menschen-Melodie" fordert, formuliert Adorno das finale Bildungsziel im Begriff der Mündigkeit des einzelnen Menschen und Musikers, der sich sowohl von einer objektiv gegebenen Ordnung als auch von rein subjektiven Wollungen befreit und kraft der vollständigen Auflösung von Harmonie und Melodie das musikalische Reich der Freiheit betritt.

» Präsentation auf der Verlagshomepage 

       
Augustinus: Confessiones / Bekenntnisse. Lat./Dt. (hrsg. von K. Flasch/B. Mojsisch), Reclam 2009
Kurt Flasch / Burkhard Mojsisch (Hrsg.)

Augustinus: Confessiones / Bekenntnisse. Lateinisch/Deutsch.

Übersetzt, herausgegeben und kommentiert von K. Flasch und B. Mojsisch. Mit einem Vorwort von K. Flasch

(Reclams Universal-Bibliothek 18676)

Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2009, 810 p.

ISBN: 978-3-15-018676-3 | EUR[D] 14,80

In den Bekenntnissen des Augustinus (354-430 n.Chr.) begegnet dem Leser eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine jener Gestalten, die das Abendland tief geprägt haben. Als der umfassende Versuch der Selbstverständigung eines gebildeten spätantiken Christen wurde das Werk zur Urform aller Autobiographien. Die Ausgabe stellt die komplett überarbeitete Übersetzung neben das lateinische Original und erschließt den Text zusätzlich durch Anmerkungen und eine ausführliche Einleitung.

» Präsentation auf der Verlagshomepage

 

R.K. Wüstenberg (Hrsg.): 'Nimm und lies!' Theologische Quereinstiege für Neugierige, Gütersloher Verlagshaus 2008.
Ralf K. Wüstenberg (Hrsg.)

«Nimm und lies!»
Theologische Quereinstiege für Neugierige

Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2008, 304 p.

ISBN 978-3-579-08039-0 | EUR [D] 19,95

Was lehrten eigentlich Paulus, Augustin oder Luther? Was denken moderne Theologen und wohin entwickelt sich die Theologie?

Dieses Buch weist einen kurzen, verständlichen und zugleich fundierten Weg durch das komplexe Labyrinth theologischer Konzeptionen und Lehrmeinungen. Über die Biographien ausgewählter Theologinnen und Theologen wird auf unterhaltsame und nachvollziehbare Weise ein Zugang zur Theologie ermöglicht, der dogmatische Inhalte und dahinter stehende geistig-geistliche Fragestellungen erschließt. Ziel ist es, eine christlich-theologische Grundbildung über die «Hintertreppe» zu vermitteln und so die Leidenschaft für das theologische Denken zu wecken.

Das Porträt über den Kirchenvater Augustinus von Hippo (S. 45-71) stammt aus der Feder des Kirchenhistorikers Professor Dr. Christoph Markschies. Er stellt in einem kompakten Überblick die das Leben, die wichtigsten theologischen Themen (Glaubenserfahrung, Schriftbezogenheit, Gnade, Geschichtstheologie, Trinität) und Aspekte der Wirkungsgeschichte vor.

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Igna M. Kramp: Renovamini spiritu/Ernüwent den geist üwers gemütes. Aschendorff 2009
Igna Marion Kramp CJ

Renovamini spiritu / Ernüwent den geist üwers gemütes
Deutsche Übersetzungen als Modernisierung im späten Mittelalter

(Corpus Victorinum. Instrumenta 2)

Münster: Aschendorff, 2009, 283 p.

ISBN: 978-3-402-10422-4 | EUR 56,00

Weithin werden Kirche und Religion bis heute pauschal als "konservativ" und die Epoche des Mittelalters als "finster" eingeschätzt. Bei einem intensiveren Blick, wie er in dieser Studie zu den deutschen Übersetzungen des pseudo-hugonischen Kommentars zur Augustinusregel riskiert wird, zeigt sich bald ein anderes Bild: Modernität und Konservatismus sind weder in Reinform zu beobachten noch Äquivalente zu Licht und Finsternis. Die mittelalterlichen Übersetzer finden sich meistens in den Reihen kirchlicher Reformer, die gewissermaßen die geistesgeschichtlich neueste Entwicklung verkörpern; ihre Übersetzungen sind bisweilen höchst innovativ und unmittelbar auf die Lebenswelt ihrer Rezipienten - und Rezipientinnen! - zugeschnitten, andererseits in den Ursprüngen der Kirche und ihrer gewachsenen Ordnung geborgen. Treue zum Original und Freiheit zur Anpassung stehen im Mittelalter in stetem Wechselspiel, wohingegen mit der Neuzeit ein humanistisches Ideal der wortgetreuen Übersetzung heraufdämmert, das - befördert durch die Vorschriften des Konzils von Trient - den Übersetzungen viel von ihrer Lebensnähe nimmt.

» Homepage Hugo von Sankt Viktor-Institut für Quellenkunde des Mittelalters

 

R. Jonischkeit: Eine ethische Diskussion altkirchlicher Argumente über Krieg und Frieden im Umfeld der Konstantinischen Wende. Studienverlag 2009.
Robert Jonischkeit

Eine ethische Diskussion altkirchlicher Argumente über Krieg und Frieden im Umfeld der Konstantinischen Wende

Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag, 2009, 251 p.

ISBN: 978-3-7065-4692-8 | EUR[D] 24,90

Die Theologie der Alten Kirche hat in der Zeit der Konstantinischen Wende einen grundlegenden Wandel durchgemacht: von einem auf den Zehn Geboten und der Bergpredigt basierenden strengen Pazifismus hin zur Rechtfertigung des Krieges und des Soldatenstandes.

Der Autor nähert sich diesem Thema aus drei Perspektiven. Er untersucht die historischen und theologischen Hintergründe dieses raschen Wechsels ebenso wie die damaligen Stellungnahmen der Kirchenväter, die er schließlich in Verbindung mit der gegenwärtigen friedensethischen Arbeit der Kirche und des Staates setzt.

Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzung ist der Begriff des „Gerechten Krieges“ (bellum iustum), für dessen Rezeption in der christlichen Ethik Augustinus eine bedeutende Rolle spielte. In späterer Zeit artete der „Gerechte Krieg“ letztlich zur militärischen Ketzerbekämpfung und gewaltsamen Mission aus. Unter besonderer Berücksichtigung dieser jahrhundertealten Lehre liefert der Autor einen umfassenden und aufschlussreichen Überblick über gegenwärtige und zukünftige Modelle der Friedensarbeit.

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N, Fischer (Hg.), Was ist Zeit? Confessiones XI/Bekenntnisse 11, Meiner 2009.
Norbert Fischer (Hrsg.)

Aurelius Augustinus: Was ist Zeit? Confessiones XI/Bekenntnisse 11

Lateinisch–deutsch. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Norbert Fischer

(Philosophische Bibliothek 534)

Hamburg: Meiner, 2. Aufl., 2009, LXIV-142 p.

ISBN: 978-3-7873-1942-8 | EUR 18,90

Augustinus (354-430) hat mit seiner Untersuchung der Frage, was Zeit ist ("quid est enim tempus?"), die Aufmerksamkeit der Philosophen geweckt und großen Einfluß auf deren Gedanken zu Sein und Sinn der Zeit und des Zeitlichen ausgeübt. Vor allem haben sich die Protagonisten der phänomenologischen Schule, Edmund Husserl und Martin Heidegger, intensiv mit diesem Text befaßt. Doch ist das lebhafte Interesse am Thema und am Gedankengang dieses Buches nicht auf Schulgrenzen eingeengt gewesen, sondern sogar bei Forschern zu finden, die eher Antworten auf die physikalischen Fragen nach dem Sein der Zeit gesucht haben.

Augustins Besinnung auf das Wesen der Zeit findet sich im elften von dreizehn Büchern seiner "Confessiones" (Bekenntnisse), einem berühmten, gleichwohl voller Rätsel gebliebenen Werk, das er in seinen frühen Bischofsjahren verfaßt hat (396-400). Das elfte Buch mit der Frage nach der Zeit nimmt eine Schlüsselrolle ein, weil es zugleich eine Reflexion über das Gesamtprojekt der "Confessiones" darstellt.

Augustinus denkt bemerkenswert eigenständig: Auch wenn er Motive der Platonischen, Aristotelischen und Plotinischen Philosophie aufgreift, gibt er ihnen ein neues Gesicht und weist mit der lebendigen Kraft ursprünglichen Denkens auf transzendentalphilosophische und phänomenologische Motive voraus.

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Philosophie der Gerechtigkeit (hrsg. von C. Horn und N. Scarano), Suhrkamp Verlag.
Christoph Horn / Nico Scarano (Hrsg.)

Philosophie der Gerechtigkeit
Texte von der Antike bis zur Gegenwart

(suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1563)

Frankfurt am Main: Suhrkamp, 4. Aufl., 2009, 509 p.

ISBN: 978-3-518-29163-4 | EUR 17,00

Was ist im eigentlichen Sinn gerecht oder ungerecht? Sind es verteilende Personen oder Institutionen, abstrakte Verteilungstheorien, -prozeduren, -resultate oder -zustände? In der Theoriegeschichte der Gerechtigkeit wurden dazu äußerst unterschiedliche Auffassungen vertreten. Erst recht unterschiedlich sind die jeweiligen Theorien dessen, was Gerechtigkeit selbst sein könnte. Nicht alle wichtigen Aspekte werden in der zeitgenössischen Debatte angemessen berücksichtigt. Diese (verlorene) Aspektvielfalt verdeutlicht der Band, der die maßgeblichen und theoriegeschichtlich bedeutenden Texte zur Theorie der Gerechtigkeit von der Antike bis zur Gegenwart zusammenstellt und präsentiert.

Die Texte der zu Wort kommenden Autoren sind gegliedert in die Sektionen I. Antike, II. Spätantike und Mittelalter, III. Neuzeit, IV. 19./20. Jahrhundert und schließlich V. Zeitgenössische Debatten. Jeder dieser Sektionen ist ein hilfreicher Einleitungstext vorangestellt. In dieser Quellensammlung dürfen selbstredend Zeugnisse des Augustinus von Hippo nicht fehlen, der insbesondere in seinem wirkungsgeschichtlich bedeutenden Werk De civitate dei über das Gerechtigkeitsthema reflektiert hat.

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B. Maier: Sternstunden der Religionen
Bernhard Maier

Sternstunden der Religionen

(Beck'sche Reihe 1909)

München: C.H. Beck, 2009, 203 p.

ISBN 978-3-406-58354-4 | EUR 9,95

In der Geschichte der Religionen gab es immer wieder dramatische Umschwünge und radikale Neuerungen, die sich in herausragenden Personen und ihren religiösen Lehren kristallisiert haben. Wenn Echnaton in Ägypten den Monotheismus verkündet, die altindischen Seher die Welt deuten, Mose die Zehn Gebote empfängt und Homer Helden und Götter besingt, wenn Zarathustra spricht und Laotse seine Weisheit aufschreibt, wenn Siddharta zum Buddha erleuchtet wird, Jesus eine neue Ethik lehrt und Mohammed den Kult der Kaaba erneuert – dann sind das zweifellos Sternstunden der Religionen, die die Weltgeschichte erleuchten.

Zu diesen Sternstunden der Religionen zählt Bernhard Maier auch die Bekehrung des Augustinus von Hippo aus dem Jahre 386 n.Chr. Insgesamt 25 solcher Sternstunden werden in dem vorliegenden Band beschrieben. Der Verfasser erläutert ihren geschichtlichen Zusammenhang und ihre bis heute anhaltende Wirkung. Nicht zuletzt geht er den verborgenen Verbindungslinien zwischen einzelnen Sternstunden nach, so dass der Band insgesamt eine ebenso kurzweilige wie lehrreiche Religionsgeschichte der Menschheit bietet.

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P. Baumer: Augustinus - ein Mensch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Peter Baumer

Augustinus - ein Mensch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Zentrale Texte aus den "Confessiones" und "De civitate Dei"
zusammengestellt, mit Aufgaben und Begleittexten versehen von Peter Baumer

(Lindauers Lateinische Lektüren)

München: J. Lindauer Verlag, 2009, 393 p.

ISBN 978-3-87488-220-0  | EUR 8,90

Dieser Band vermittelt anhand der zentralen Texte aus den großen Werken des Augustinus eine lebendige Vorstellung von dem Leben und den Gedanken dieses überaus bedeutenden Mannes aus der Spätantike. Zunächst schildert er selbst sein Ringen um den richtigen Lebensweg.

Im zweiten Teil steht Augustinus Auseinandersetzung mit den Vorwürfen der Heiden gegen das Christentum im Vordergrund und in der dritten Partie sein grandioser Versuch, den Verlauf und das Ziel des Gottes- und Weltstaates aufzuzeigen.

Zur Vertiefung des Stoffes dienen unterschiedliche Arbeitsaufträge sowie Begleittexte und Bilder aus verschiedenen Epochen. Dadurch wird eine abwechslungsreiche Behandlung der Themen eröffnet.

Nach dem neuen Lehrplan für das G8 ist diese Ausgabe in der 9. und in der 10. Jahrgangsstufe einsetzbar.

 

 

A. Hogrefe, Umstrittene Vergangenheit
Arne Hogrefe

Umstrittene Vergangenheit
Historische Argumente in der Auseinandersetzung Augustins mit den Donatisten

(Millennium-Studien. Studien zu Kultur und Geschichte des ersten Jahrtausends n. Chr. 24)

Berlin/New York: de Gruyter, 2009, 393 p.

ISBN 978-3-11-020363-9 | EUR[D] 99,95

» Inhaltsverzeichnis

Der Kampf gegen die Donatisten im römischen Nordafrika prägte die Amtszeit des Bischofs Augustinus. Um die Ansichten der Donatisten zu widerlegen, greift er in seinen Schriften neben theologischen Argumenten auf Ereignisse aus der Entstehungszeit des Schismas zurück. Mithilfe historischer Dokumente und ihrer Interpretation wollte Augustinus beweisen, dass die Donatisten zu Unrecht behaupteten, die reine, von „Traditoren“ freie Kirche zu repräsentieren.

Ausgehend von den antidonatistischen Schriften und Briefen zeigt Arne Hogrefe, wie Augustinus die Geschichte des Schismas rekonstruiert und darstellt. Dabei legt er Unterschiede sowohl gegenüber unterschiedlichen Adressaten als auch im Verlauf der Auseinandersetzung dar. Diesen Interpretationen werden die Geschichtsauffassungen der donatistischen Gegner entgegengesetzt, die sich in Ansätzen aus Augustins Schriften erschließen lassen. Es zeigt sich, wie die verschiedenen Glaubensüberzeugungen die Darstellung der Geschichte beeinflussten und das jeweilige Geschichtsbild prägten. Besonders deutlich traten die Gegensätze auf der Religionskonferenz von Karthago im Jahre 411 zutage, deren Verlauf und Ergebnisse ausführlich analysiert und interpretiert werden.

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Augustinus als Richter
Johannes Hellebrand (Hrsg.)

Augustinus als Richter

(Cassiciacum 39,5 = RES ET SIGNA. Augustinus-Studien 5)

Würzburg: AUGUSTINUS bei echter, 2009, 192 p.

ISBN 978-3-429-04172-4, EUR[D] 25,00

» Leseprobe (PDF)

Augustinus war nicht nur bedeutender Theologe und Philosoph, sondern auch engagierter Seelsorger, zu dessen bischöflichen Aufgaben auch die Richtertätigkeit gehörte. Diese ›audientia episcopalis‹ wird in der rechtshistorischen Literatur nur am Rande erwähnt und unbefriedigend erörtert. Jedoch bietet das augustinische Œuvre eine beeindruckende Materialfülle. Die hierzu wichtigsten, aber an entlegenen Stellen publizierten Arbeiten werden – übersetzt, mit einem Vorwort versehen und um einschlägige Briefe Augustins sowie entsprechende Einträge aus dem ›Augustinus-Lexikon‹ ergänzt – erstmals in einem Band vereinigt.

» Präsentation auf der Verlagshomepage
 

 

Augustinus - Ethik und Politik
Augustinus - Ethik und Politik
Zwei Würzburger Augustinus-Studientage: «Aspekte der Ethik bei Augustinus» (11. Juni 2005). «Augustinus und die Politik» (24. Juni 2006)

Herausgegeben von Cornelius Mayer unter Mitwirkung von Alexander Eisgrub und Guntram Förster

(Cassiciacum 39,4 = RES ET SIGNA. Augustinus-Studien 4)

Würzburg: AUGUSTINUS bei echter, 2009, 312 p.

ISBN 978-3-429-04174-8, EUR[D] 30,00

» Leseprobe (PDF)

Ethik und Politik, wichtige Themen der biblischen und der antiken Welt, prägen auch wesentlich Denken und Werk des Kirchenvaters Augustinus von Hippo (354-430).

Der vorliegende Band versammelt die einschlägigen Beiträge zweier interdisziplinärer Studientage unter der Leitung des Zentrums für Augustinus-Forschung an der Universität Würzburg aus den Jahren 2005 und 2006.

Im ersten Teil «Aspekte der Ethik bei Augustinus» werden verschiedene Elemente und Dimensionen des augustinischen Ansatzes untersucht sowie dessen Voraussetzungen beleuchtet. Der zweite Teil «Augustinus und die Politik» berücksichtigt neben der Position des Kirchenvaters und deren Vorgeschichte auch Facetten der späteren Rezeption.

» Präsentation auf der Verlagshomepage
 

 

Officina 2009: Augustinus

Officina 2009: Augustinus

Herausgegeben von Walter J. Tinner

(Mitteilungen des Hauses Schwabe AG, Druckerei und Verlag)

Basel: Schwabe, 2009, 75 p., 121, meist farbige Abb.

ISBN 978-3-7965-2617-6, EUR[D] 14,00 / EUR[A] 14,50 / sFr 20,00

Erhältlich im Handel oder direkt beim Verlag: auslieferungschwabe.ch

Mit vorliegender Ausgabe lässt das traditionsreiche Basler Druck- und Verlagshaus Schwabe seine Hauszeitschrift Officina neu aufleben. Die Officina 2009 setzt bei einem großen Ereignis der Firmengeschichte Schwabes an: dem Erscheinen der ersten gedruckten Gesamtausgabe der Werke Augustins in der Basler Druckergemeinschaft Amerbach, Froben und Petri im Jahre 1506. Aus diesem Anlass fand 2006 eine dreitägige 500-Jahr-Feier statt; der Festvortrag 500 Jahre Augustinus in Basel, den Professor Cornelius Mayer aus diesem Anlass hielt, ist in dieser Jubiläumsausgabe der Officina dokumentiert. Dr. Peter F. Tschudin wirft anhand der Augustinus-Ausgabe von 1506 einen detaillierten Blick hinter die Kulissen des alten Basler Buchdrucks. Der Beitrag von Dr. Andreas E.J. Grote Augustinus in Basel und Würzburg - heute thematisiert die nunmehr drei Jahrzehnte währende fruchtbare Zusammenarbeit von Schwabe und dem Würzburger Zentrum für Augustinus-Forschung (ZAF). Schließlich spürt Dr. Christian Overstolz mit seinem Versuch Bach meets Augustinus einer Augustinus-Rezeption ganz besonderer Art nach.

Gewidmet ist die Officina 2009 Professor Cornelius P. Mayer anlässlich seines 80. Geburtstags.

» Präsentation durch Verlagsinhaber Ruedi Bienz am 20. Juni 2009
   

 

F.W. Graf / K. Wiegandt (Hg.), Die Anfänge des Christentums

Friedrich Wilhelm Graf / Klaus Wiegandt (Hrsg.)

Die Anfänge des Christentums.
Von der Sekte zur Weltreligion

Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag, 2009, 512 p.

ISBN 978-3-596-18277-0, EUR[D] 13,95

Von der Verkündigung Jesu von Nazareth über das Urchristentum und die Alte Kirche bis zum Ende der Antike: International renommierte Fachgelehrte aus verschiedenen Disziplinen stellen den aktuellen Stand der Forschungen zum frühen Christentum dar. Dabei steht durchgängig die Frage im Vordergrund, ob und wie der enorme historische Erfolg einer ursprünglich marginalen religiösen Bewegung erklärbar ist.

In diesem Band enthalten sind auch zwei schwerpunktmäßig Augustinus gewidmete Beiträge. Der katholische Patrologen Professor Roland Kany (LMU) schreibt Augustinus das Verdienst zu, durch seine Verhältnisbestimmung von Vertrauen in die Autorität der Bibel einerseits und in die Kraft der Rationalität andererseits dazu beigetragen zu haben, "dass das Christentum nach den ersten vierhundert Jahren nicht am Ende war". Der berühmte Augustinkritiker Professor Kurt Flasch erläutert sein Thema "Die Alte Kirche als Geschichtspotenz Europas", indem er exemplarisch den Zusammenhang der Kontroverse von Luther und Erasmus mit dem Gegensatz von Origenes und Augustinus aufzeigt.

» Präsentation auf der Verlagshomepage
»
 FAZ-Rezension von Wolfram Kinzig 
 

 

Ad Verbum: FS für Heinrich Reinhardt

AD VERBUM
Festschrift für Heinrich Reinhardt zum 60. Geburtstag

Herausgegeben von Alexander Pytlik

Lindenberg: Kunstverlag Josef Fink, 2009, 202 p.

ISBN 978-3-89870-561-5, EUR[D] 20,40

Mit dieser Festschrift bereiten Freunde aus aller Welt Prof. Dr. Heinrich Reinhardt ein nachträgliches Geschenk zum 60. Geburtstag. Der aus Freising stammende und in Chur lehrende Priester und Philosoph ist durch seine Arbeiten zur Integralen Sprachtheorie weit über die Schweiz hinaus bekannt geworden.

Der Band enthält zehn Beiträge von Persönlichkeiten, die dem Jubilar als Schüler oder Freunde verbunden sind. Ein besonderes Bonbon für lateinkundige Verehrer des heiligen Augustinus bildet der Beitrag aus der Feder des Bonner Altphilologen Dr. Heinz-Lothar Barth unter dem Titel: «Sanctus Augustinus faveritne naturae profanae vel laicae civitatum. De necessitudine civitatis et religionis, naturae et gratiae quid senserit sanctus Augustinus».

» Ausführliche Präsentation
 

 

Bekenntnisse. Von Augustinus bis Fontane (hrsg. von R. Spahr/O.Vogel)
Bekenntnisse. Autobiographien von Augustinus bis Fontane

Herausgegeben von Roland Spahr und Oliver Vogel

Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag, 2009, 351 p.

ISBN 978-3-596-90198-2, EUR[D] 8,00

Seit Augustinus gibt es eine große europäische Tradition autobiografischen Erzählens. Das vorliegende Lesebuch versammelt die bedeutendsten Beispiele dieser Tradition. Im Zentrum steht dabei die voyeuristische Frage nach dem Ich: Was alles verbirgt sich hinter dieser Maske? Was ist Wahrheit, was Fiktion? Und wie einzigartig und frei ist dieses Ich eigentlich angesichts der Macht von Konventionen, die nicht nur die Lebensgeschichten, sondern auch das autobiografische Genre prägen?

Mit Texten von Augustinus, Johann Wolfgang Goethe, Jean Paul und vielen anderen.

» Präsentation auf der Verlagshomepage

 

 

T.J. Van Bavel: Von Liebe und Freundschaft. Augustinus überdas christliche Leben
Tarsicius J. von Bavel OSA

Von Liebe und Freundschaft. Augustinus über das christliche Leben

Übersetzt von Manfred Jasper OSA. Neu bearbeitet und herausgegeben von Raimund Klinke OSA

Würzburg: Augustinus bei echter, 2009, 184 p.

ISBN 978-3-429-04173-1, EUR[D] 14,00

Augustinus lebte in einer Zeit des Umbruchs. Das verbindet ihn mit unserer Zeit. Das Europa seiner Tage war gezwungen, den alten Rahmen zu sprengen und nach einer neuen Form zu suchen.

Augustins Beitrag dazu ist unüberschätzbar. Er ist ein suchender und prozesshaft denkender Mensch und schlägt gerade dadurch Brücken, anstatt Standpunkte zu zementieren. Oft wurde er zitiert und hat so in seiner Wirkungsgeschichte die Entwicklung der westlichen Kultur wesentlich mitbestimmt. Ein Grund für diese Wirkung und seine Faszination könnte darin liegen, dass er die Menschen auf sich selbst verwiesen hat: „Gutes und Böses wird jedem Menschen und jeder Gemeinschaft in gleicher Weise zuteil. Nur die Art des Glaubens, Hoffens und Liebens macht bei den Menschen den Unterschied aus“ (De civitate Dei).

Dieser Band bietet eine Einführung in Augustins Theologie mit den Themen Liebe und Freundschaft gleichsam als Quintessenz seiner Lebens- und Glaubensüberzeugung.

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Ch. Reemts (Hrsg.): Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: SAMUEL.

Christiana Reemts

Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: SAMUEL

Münster: Aschendorff, 2009, 233 p.

ISBN 978-3-402-12808-4, EUR[D] 29,80

Mit Samuel wird uns ein Mensch vor Augen gestellt, dessen Leben ganz aus einem Guss ist, weil es nur Gott allein gehört. Darin unterscheidet er sich von fast allen anderen biblischen Gestalten, selbst von so großen wie Abraham und Mose, bei denen es Brüche, d.h. Versagen und Schuld gab. Durch seine frühe Weihe an Gott war Samuel ein Mensch, in dessen Leben es nur den Willen Gottes gab. Die Kirchenväter sehen Samuel als Gestalt, die zwischen Mose und Jeremias anzusiedeln ist. Wie Mose ist er Führer des Volkes in bedrängter Zeit, wie Jeremias ist er ein großer Prophet, und wie beide ein Fürsprecher des Volkes bei Gott. Gleichzeitig weist er voraus auf Christus, dem er in der Verfolgung ähnlich wird, weil er wie dieser auf den ihm entgegenschlagenden Hass mit nicht zu erschütternder Liebe antwortet. Samuel ist die einzige Gestalt im Alten Testament, von der wir einen Bericht über ein postmortales Wirken haben, es ist daher nicht erstaunlich, dass dieser Bericht bei den Kirchenvätern viel Beachtung gefunden hat. Für diejenigen von ihnen, die diesen Bericht für historisch wahr halten, ist er ein Zeichen dafür, dass die Beziehung des Menschen zu Gott mit dem Tod nicht zu Ende ist, sondern nach dem Tod vertieft weitergeführt wird. Samuel gehörte schon vor seiner Geburt Gott, er gehörte noch im Tod Gott und wird so zu einer Gestalt, an der die Kirchenväter besonders deutlich die Größe der Liebe Gottes zeigen können.
 

 

 

Th. Alexopoulos: Der Ausgang des thearchischen Geistes

Theodoros Alexopoulos

Der Ausgang des thearchischen Geistes
Eine Untersuchung der Filioque-Frage anhand Photios’ «Mystagogie», Konstantin Melitiniotes’ «Zwei Antirrhetici» und Augustins «De Trinitate»

Göttingen: V&R unipress, 2009, 324 p.

ISBN 978-3-89971-526-2, EUR[D] 46,90

» Inhaltsverzeichnis (PDF)

Anhand dreier bedeutsamer Werke der christlichen Literatur aus Antike und byzantinischem Mittelalter, Photius’ Mystagogie des Heiligen Geistes, Konstantin Melitiniotes’ Zwei Antirrhetici und Augustins De Trinitate wird hier das Filioque-Problem erläutert. Für das Auseinandertreten von lateinisch-westlicher und griechisch-östlicher kirchlicher und theologischer Tradition ist dieses Problem wesentlich.
Der Autor prüft die photianische Argumentation auf ihre theolo­gische und philosophische Stichhaltigkeit, um Klarheit über die orthodoxen Einwände gegen das Filioque zu gewinnen. Er untersucht die zwei Antirrhetici Melitiniotes’ und geht der Frage nach, ob der Filio­que-Ansatz tatsächlich in der trinitätstheologischen Spekulation Augustins verwurzelt und plausibel begründet ist. Schließlich nimmt er zur heutigen Diskussion der Filioque-Frage Stellung und schneidet das Thema des Verhältnisses zwischen Theologia (Gottes Sein) und Oikonomia (Gottes Sich-Offenbaren in der Heilsgeschichte) an. Hier steht die orthodoxe Position im Vordergrund, die dem Analogieschluss von dem heilsgeschichtlichen Sich-Offenbaren auf das innertrinitarische Sein Gottes nur begrenztes Recht einräumt.

» Präsentation auf der Verlagshomepage
   

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