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Pressestelle des Ordinariates Würzburg  > Nachrichten
Sepultur und Krypta bereits fertig
Sanierung des Würzburger Kiliansdoms gut im Zeitplan – Baustellenrundgang mit Dompropst Weihbischof Ulrich Boom und Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen – Dom weitgehend frei von Gerüsten – Orgeln werden gereinigt und gestimmt
Baustelle Kiliansdom: Im Hauptschiff wird der Fußboden verlegt.

Würzburg (POW) Einen guten Eindruck davon, wie hell und großzügig der Kiliansdom bei seiner Wiedereröffnung am ersten Adventssonntag 2012 wirken wird, hat ein Baustellenrundgang für Medienvertreter am Montag, 6. August, vermittelt. Gemeinsam mit Dompropst Weihbischof Ulrich Boom gab Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Bau- und Kunstreferent des Bistums Würzburg, einen Einblick in den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten. Die Würzburger Kathedrale ist seit Juli 2011 geschlossen und wird innen renoviert. Mittlerweile sind die meisten Gerüste verschwunden, mit der Krypta und der Sepultur sind erste Teilbereiche fertiggestellt.

So licht wirkte das Innere des Doms lange nicht mehr. Fast alle Baugerüste sind aus dem Hauptschiff, dem Chorraum und den Querschiffen verschwunden. Lediglich die beiden Orgeln sind noch eingerüstet. Dafür sind derzeit die Arbeiten am Boden in vollem Gang. Handwerker verlegen Rechtecke aus braunem Marmor aus China, die von Streifen aus weißem Carrara-Marmor eingefasst sind. Sie markieren den Raum, auf dem das neue Holzgestühl mit insgesamt 964 Bankplätzen aufgestellt wird. Anstelle von steinerner Monochromie werde durch die unterschiedlichen Bodenbeläge eine „Lebendigkeit im Boden selbst“ geschaffen, erklärte Lenssen. Eine Elektroheizung ersetzt die alte defekte Fußbodenheizung unter den Bänken und wird im Winter für eine gleichmäßige Temperierung von zehn bis zwölf Grad sorgen – eine ideale Temperatur sowohl für die Orgeln wie auch für die Kunstwerke.

Weitgehend fertiggestellt sind die Krypta und die Sepultur. Der Altarraum der Sepultur wurde um zwei Stufen nach unten versetzt. Geschickt angeordnete Kunstwerke – etwa ein Standkreuz von Ernst Singer (Würzburg), ein Kreuzweg von Ben Willikens (Stuttgart) oder die Köpfe der Evangelisten von Karlheinz Oswald (Lugano) – verleihen dem Raum optisch Struktur. Nicht nur die großen Liturgien sollen im Dom einen würdigen Rahmen finden, sondern er soll auch Raum für kleine Gruppen, für „Individualfrömmigkeit“ bieten, erklärten Weihbischof Boom und Domkapitular Lenssen. So wurden vor allem in der Krypta mehrere kleine Bereiche geschaffen, in denen Gottesdienste mit Gruppen gefeiert werden können. Die Bischofsgräber sind über die Krypta erreichbar. Hinter den vier Bodengrabplatten hängt künftig das dreiteilige Werk „Auferstehung“ von Jacques Gassmann (Eisingen).

Bei der Auswahl der Kunstwerke orientierte sich Lenssen an zwei Aspekten der Geschichte des Doms. Zum einen spielten bei der Barockisierung im Jahr 1701 italienische Künstler eine große Rolle. Außerdem sei schon beim Wiederaufbau in den 1960er Jahren zeitgenössische Kunst bedeutsam gewesen, erklärte Lenssen. So griff er auch bei der Neugestaltung auf Werke italienischer Künstler wie Marco Tirelli, Mimmo Palladino oder Matteo Montani zurück. Interessant für die Besucher des Doms: Ein „Infopunkt“ am Domplatz soll künftig Anlaufpunkt für alle Fragen rund um den Dom sein sowie den „i-Punkt Kirche“ aufnehmen, der bisher im Kilianshaus zu finden ist.

Bislang liegen die Sanierungsarbeiten gut im Zeitplan, bestätigten Lenssen und Bauleiter Klaus Zaschka. Doch bis zur Wiedereröffnung am ersten Adventssonntag bleibt noch viel zu tun. „1000 kleine Details“, formulierte es Lenssen. Und etliche große Aufgaben, beispielsweise die Erneuerung der Orgelanlage samt Reinigung und Stimmen der beiden Orgeln. Bis Mitte September, hoffen die Beteiligten, werde die Orgelreinigung abgeschlossen sein. Dann können auch diese Gerüste abgebaut werden. Erst wenn alle Arbeiten im Inneren des Doms abgeschlossen sind, kann der Orgelbauer mit dem Stimmen beginnen – denn hierfür braucht es rund zwei Monate absoluter Stille.

Die Gesamtkosten für die Innenrenovierung belaufen sich nach Angaben des Staatlichen Bauamts Würzburg und der Diözese Würzburg auf 3,2 Millionen Euro. Für liturgische Veränderungen plant die Diözese Würzburg 1,6 Millionen Euro ein. Weitere 1,6 Millionen Euro fließen in die bauliche Sanierung des Innenraums. Hiervon finanziert der Freistaat Bayern als Baulastträger knapp eine Million Euro.

(3212/0851; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Veröffentlicht: 06.08.2012 sti (POW)
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