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Markus Hauck (POW) |
| Abschied unter Freunden: Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele und BIschof em. Dr. Emmanuel Mapunda sagen am Bischofshaus von Mbinga Auf Wiedersehen. |
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Mbinga/Würzburg (POW) „Schau, da vorne siehst Du den Nyasa-See, dahinter die Berge gehören schon zu Malawi.“ Bischof em. Dr. Emmanuel Mapunda, erster Bischof des 1986 gegründeten tansanischen Bistums Mbinga, legt Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele die eine Hand auf die Schulter und zeigt mit der anderen in Richtung Horizont. Auf der Straße nach Mbamba Bay, einem Badeort am drittgrößten See Afrikas, stehen der 75-Jährige und der 83-Jährige Deutsche neben dem Geländewagen und strahlen mit der tropischen Sonne um die Wette. Ganz offensichtlich sind sie begeistert von der Schönheit des afrikanischen Landes. Zur Weihe von Mapundas Nachfolger John Ndimbo ist der Deutsche als Vertreter des Partnerbistums Würzburg angereist. Die Feier ist vorüber, der Trubel des großen Festtags im afrikanischen Kiliansdom von Mbinga verklungen. Den letzten Tag von Bischof Scheeles Aufenthalt im Südwesten Tansanias wollen die beiden Emeriti nutzen, um zu vertiefen, was seit der offiziellen Verbindung zwischen den beiden Bistümern im Jahr 1989 menschlich zwischen den beiden Oberhirten gewachsen ist: eine Verbindung, die mehr ist als eine dienstliche Beziehung. Der Jeep hält im Bergdorf Nangombo. „Hier werde ich in 14 Tagen einziehen, um meinen Ruhestand zu verbringen“, sagt der wenige Wochen zuvor in den Ruhestand Versetzte, als er nach einer mitreißenden Begrüßung von singenden und musizierenden Erwachsenen und Schülern aus dem Ort durch seine neue Zwei-Zimmerwohnung im Pfarrhaus an der früheren Benediktinerkirche führt. Von der Terrasse aus wirkt das satt blaue Wasser des riesigen Nyasa-Sees zum Greifen nahe. „Ein herrliches Domizil. Bei uns werden alte Bischöfe im Archiv abgelegt“, sagt der Würzburger mit Blick auf seine Wohnung oberhalb des Diözesanarchivs schmunzelnd, sehr zu Erheiterung seines Gegenübers. Der örtliche Pfarrer bietet eine Führung über die gesamte Anlage an, zu der auch eine Krankenstation, eine Handwerkerschule und eine Grundschule gehören. „Askofu“, Kisuaheli für Bischof, fragt Bischof Scheele seinen Mitbruder, „Askofu, kannst Du noch, oder bist Du zu müde?“ Im Gegensatz zu ihm sei er noch jung, lässt der Gefragte wissen. „Das schon, aber Du musst noch den Schock verarbeiten, dass Du jetzt emeritiert bist.“ Bischof Mapunda hält sich vor Lachen den Bauch und trottet einfach hinterher. In der Schreinerabteilung der Handwerkerschule bewegt ein Jugendlicher mit kraftvollen horizontalen Zügen einen Fuchsschwanz durch ein dickes Brett, um es der Länge nach zu zerteilen. „Das ist wirklich schwere Arbeit“, kommentiert Bischof Scheele die Szene. Den Einwurf des Mitbruders, dass Anstrengung gesund sei, kommentiert er trocken: „Freilich, für die Verdauung.“ Am Nachmittag, nach über 70 Kilometern auf staubiger Piste, ist das Ziel des Ausflugs erreicht. In einer schattigen Hütte am Sandstrand gibt es gekühlte Getränke. Einziges Hintergrundgeräusch ist das leise Branden der Wellen. Eine Art Reiher segelt vorüber. „Bischof, mach' es Dir bequem“, lädt der Gastgeber ein und rückt das Sitzkissen auf dem Stuhl zurecht. Dann entwickelt sich zwischen den beiden ein Gespräch über Muße und wirklich schöne Plätze, wie das spanische Tibidabo, wo der Legende nach der Satan Jesus in Versuchung geführt hat, indem er ihm das wunderschöne Land zu dessen Füßen zeigte und ihm dazu Macht über alles anbot. „Hier ist es noch viel schöner, und alle machen auch, was Du sagst“, erzählt Bischof Scheele. Die Verabschiedung am nächsten Morgen erfolgt, nachdem die Bischöfe gemeinsam auf Deutsch die Messe in der Hauskapelle gefeiert und ein letztes Mal im großen Speisesaal des Bischofshauses gefrühstückt haben. Als die Koffer verstaut sind und auch die Begleiter von Bischof Scheele im Auto sitzen, verabschieden sich der Askofu und der Bischof mit einer brüderlichen Umarmung und danken einander für die gute Zeit. Und beim Losfahren ruft Bischof Scheele seinem afrikanischen Gegenüber noch einmal zu: „Bis nächstes Jahr.“ (2411/0645; E-Mail voraus) Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet |