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Kirchenmusik-Studium
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Die KdL-Jahrestagung 2010 in Augsburg
Öffentlichkeitsarbeit und Zukunftsperspektiven als zentrale Themen
Zur Jahrestagung der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in Deutschland (Kd)L trafen sich die leitenden Professoren und Dozenten am 18. und 19. Januar diesen Jahres in Augsburg. In der gemeinsamen Sitzung widmeten sich Vertreterinnen und Vertretern der Ämter und Referate für Kirchenmusik aller Diözesen (AgÄR) sowie die Gastreferenten Dr. Andreas Bomba (Frankfurt) und Matthias Schlier (Regensburg) der Frage: „Wie werden die Kirchenmusik und die kirchenmusikalisch aktiven Gruppen in Deutschland wahrgenommen?“ „Die Kirchenmusik fällt durch das Raster der Medien“, führte Dr. Bomba in seinem Beitrag aus. Sowohl Außerkirchlich- teils aber auch innerkirchlich- stehe die Kirchenmusik viel zu wenig im Fokus der Öffentlichkeit, insbesondere gelte dies für die Hauptmedien unserer Zeit: Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet. Gründe wurden im negativen Image einer „konservativen“ und oft „als weltfremd“ betrachteten Kirche gesehen und im Klischee, das Kirchenmusik meist „laienhaft“ ausgeführt werde. Diese öffentliche Wahrnehmung werde verstärkt, durch die vergleichsweise geringere Anzahl der hauptberuflich tätigen Kirchenmusiker gegenüber den zahlreicheren nebenamtlich tätigen Organisten und Chorleitern sowie dem für die Kirche so wichtigen Laienchorwesen. Die Kirchenmusik, als „größte religiöse Volksbewegung“, von sehr umfassend ausgebildeten Musikern geleitet, müsse von der Kirche selbst besser anerkannt und herausgestellt werden. Möglich sei dies allerdings nur, durch eine klare Positionierung ihrer Wertigkeit im gesellschaftlichen und kirchlichen Diskurs und vor allem auch durch eine Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit. Matthias Schlier, ehemals hauptberuflicher Kirchenmusiker, inzwischen nebenberuflich tätig, leitet seit 1994 äußerst erfolgreich, die städtische Sing- und Musikschule der Stadt Regensburg. Sein Chorprojekt „Cantemus“ (- mit insgesamt 600 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 27 Jahren -) steht unter dem Leitmotiv „Musik als Lebensraum“. Das Projekt fördert ein „bedingungsloses Zugehen auf die Jugendlichen, um ihrer selbst willen, eine Offenheit, die Begeisterung ermöglicht und, die diese Begeisterung kreativ umsetzt. Dies führt die Kinder und Jugendlichen zu erstaunlichen und freiwillig erbrachten Höchstleistungen. Hier sieht Schlier zu Recht eine „große Chance für die Kirche und ihre Musiker“, die bisher zu wenig wahrgenommen wird.
Das vierbändige Lehr- und Lernbuch „Basiswissen Kirchenmusik“ wurde im Jahr 2009 veröffentlicht und scheint die hohen Erwartungen weitgehend getroffen zu haben. Dieses Kompendium zur evangelischen und katholischen Kirchenmusik, im Auftrag der KdL und der evangelischen Direktorenkonferenz erarbeitet, zeichnet sich durch eine unverkrampft ökumenische Darstellung und seine Aufbereitung der Themen für Schüler und Studenten aus. Ein Buch, das zum Lesen ansteckt und auf vielen Ebenen das Interesse an der Kirchenmusik weckt. So hat das Buch eingelöst, was konzeptionell vorgegeben war. Der Vorsitzende Prof. Hans-Jürgen Kaiser dankte im Namen der KdL allen HerausgeberInnen und AutorInnen, die sich mit großem Engagement dabei eingebracht haben und weiterhin einbringen. Die 2. Auflage ist bereits in Auslieferung. Einen pädagogisch orientierten Einstieg in dieses Lehrwerk bot Dr. Klaus K. Weigele, profilierter Leiter der renommierten Landesakademie Baden-Württemberg in Ochsenhausen. Aus der Sicht eines „Nicht-Kirchenmusikers“, mit dem Blick eines, in der Lehrpraxis stehenden Dozenten, zeigte er anhand ausgewählter Beispielen aus „Basiswissen Kirchenmusik“ verschiedenste methodische und didaktische Aspekte und Konzepte auf. Er betonte die herausragende Qualität und Bedeutung, der unterschiedlichen pädagogischen Ansätze und Unterrichtsmodelle in diesem Lehrwerk.
Ein weiterer Schwerpunkt bleibt weiterhin die Umstellung der Studienstruktur auf „Bachelor- und Masterabschlüsse. Prof. Jürgen Kursawa, MHS Düsseldorf, stellte die Modularisierungsmöglichkeiten am konkreten Beispiel seiner Hochschule dar: Die Ausrichtung des Studiums orientiert sich „nicht mehr an dem, was getan, sondern an dem, was am Schluss gekonnt werden soll“, so Kursawa. Die wechselseitige Integration von Inhalten verschiedener Fächer in modulare Strukturen war Schwerpunkt seiner Ausführungen. Ob ein derartig komplex vernetztes Studiensystem auf alle Hochschulen übertragbar ist, wird weiter zu diskutieren sein. Die anschließende Diskussion zeigte als eindeutiges Ergebnis, dass die wöchentliche „Arbeitszeit“ der Studierenden (Student workload), als unrealistische Grüße und systemischer Fehler der neuen Struktur angesehen wird. Eine Wochenstundenzahl mit mehr als 60 Std. war bisher in diesem sehr Üborientierten und komplexen Studiengang Kirchenmusik eher die Regel. Für herausragende Leistungen werden solche Ansätze von vielen weiterhin als notwendig erachtet.
Der 9. Orgelwettbewerb „Orgelimprovisation im Gottesdienst“ findet vom 12.-18. September 2011 in Paderborn statt. Der Wettbewerb ist eine regelmäßige Veranstaltung der KdL mit dem Ziel Leistungen, in diesem für Kirchenmusiker wichtigen Teilgebiet zu fördern Nähere Informationen und Teilnahmebedingungen werden Kürze publiziert.
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